Kolumbien · 21 Tage

Kolumbien Rundreise für 3 Wochen: von der Karibik bis in den Amazonas

Kaum hatten wir uns an die Hitze und die bunten Gassen von Cartagena gewöhnt, änderte Kolumbien schon wieder sein Gesicht. Drei Wochen lang wechselten wir zwischen Karibikstränden, Dschungelpfaden, Großstadt, Kaffeezone und Amazonas. Längere Strecken legten wir im Bus oder mit Inlandsflügen zurück.

Gelbes Kolonialhaus mit üppig bewachsenem Balkon in Cartagena
Farbe, Pflanzen und koloniale Fassaden prägen Cartagenas Altstadt.

Der rote Faden unserer Kolumbien-Rundreise waren die ständigen Wechsel. Von der Karibikküste ging es über Medellín in die Kaffeezone, weiter nach Leticia und zum Schluss nach Bogotá. Drei Wochen reichen natürlich nicht für das ganze Land. Aber sie reichen, um zu merken, wie unterschiedlich sich Kolumbien schon nach wenigen Reisestunden anfühlen kann. Und wie wichtig ein bisschen Puffer zwischen den Etappen ist.

Unsere 21-Tage-Route im Überblick

  1. 14.–16. Februar: Cartagena mit Walking Tour und Sunset-Bootsfahrt
  2. 17.–19. Februar: Weiterfahrt über Santa Marta zum Tayrona-Nationalpark
  3. 19.–22. Februar: Minca in der Sierra Nevada de Santa Marta
  4. 22.–24. Februar: Flug nach Medellín und ein voller Tag in der Stadt
  5. 24.–27. Februar: Salento mit Entre Bosques, Tejo und Valle de Cocora
  6. 28. Februar–3. März: Flug über Bogotá nach Leticia und Amazonas-Tour
  7. 3.–6. März: Bogotá und Heimflug

Auf dem Papier wirkt die Route ziemlich geradlinig. Unterwegs bedeutete sie allerdings mehrere lange Reisetage. Besonders der Wechsel von Salento über Pereira und Bogotá nach Leticia war straff: Am frühen Morgen folgten zwei Flüge fast direkt aufeinander. Wenn du ruhiger reisen möchtest, würden wir hier mindestens eine zusätzliche Nacht als Puffer einplanen.

Cartagena: bunte Gassen, Getsemaní und ein holpriger Start

Cartagena empfing uns mit Karibikhitze und leuchtenden Fassaden. Nur unser aufgegebenes Gepäck. Unsere Backpacks waren nicht mit uns angekommen. Statt direkt entspannt durch die Altstadt zu ziehen, verbrachten wir einen Teil der ersten Tage deshalb damit, Kleidung und ein paar andere Basics zu kaufen. Seitdem landen bei uns immer Wechselkleidung und Unterwäsche im Handgepäck. In diesem Fall hat uns das wirklich gerettet.

Sobald der erste Stress nachließ, konnten wir uns auf die Stadt einlassen. Im Centro von Cartagena kann man stundenlang durch die bunten Gassen laufen, bewachsene Balkone anschauen und zwischendurch in einem Café verschwinden. Die Auswahl reicht vom einfachen Taco-Laden bis zur schicken Rooftop-Bar. Besonders schön fanden wir das kleine Café Soloyo mit seinem ruhigen Innenhof. Sehr gute Tacos gab es bei Los Tacos del Gordo.

Etwas unangenehm fanden wir die Rapper, die in den touristischen Straßen gezielt auf Reisende zugingen. Sie improvisierten Texte über die vermutete Herkunft und verlangten danach teilweise sehr hartnäckig Geld, auch wenn man die Einlage gar nicht wollte. Wir gingen ihnen möglichst aus dem Weg und blieben nicht stehen. Bei anderen Reisenden sahen wir, wie schwer sie die Rapper anschließend wieder loswurden.

Los Patios Hostel: nicht luxuriös, aber genau deshalb die richtige Wahl

Wir übernachteten im Los Patios Hostel (Affiliate-Link) nahe Getsemaní und hatten dort ein privates Zweierzimmer. Das Zimmer selbst war sehr basic und hatte nur ein Fenster zum Innenhof. Wegen des Wohnkomforts würden wir also nicht unbedingt zurückkommen. Unser Grund für ein Hostel war ein anderer: Wir wollten schnell Leute kennenlernen und unkompliziert an Aktivitäten teilnehmen.

* Affiliate-Link: Wenn du über diesen Link buchst, erhalte ich eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Genau das hat im Los Patios richtig gut funktioniert. Die Walking Tour durch Cartagena und Getsemaní gab uns viel mehr Kontext zur Stadt, als wir beim Herumlaufen allein bekommen hätten. Auch wenn du nicht im Hostel wohnst, lohnt es sich, das aktuelle Aktivitätenprogramm der Los-Patios-Häuser anzuschauen. Viele Angebote sind auch für externe Gäste offen.

Am Abend machten wir mit der Gruppe eine Sunset-Fahrt. Mit Musik, einer entspannten Runde und dem Blick vom Wasser bekam Cartagena noch einmal eine ganz andere Kulisse. Von draußen wirkte die moderne Skyline fast ein bisschen wie Miami, während vor uns die Sonne hinter Booten und Segeln im Meer verschwand.

Schmale Straße mit farbenfrohen Häusern und blühenden Balkonen in Cartagena
Im Centro von Cartagena braucht es kein festes Programm: Am schönsten war es, einfach durch die farbenfrohen Gassen zu laufen.
Kleiner Affe auf einem Ast in einem Park in Cartagena
Im Park zwischen der Altstadt und Getsemaní begegneten uns neben großen Echsen auch Affen.
Goldener Sonnenuntergang über dem Meer mit Booten vor Cartagena
Vom Boot aus sahen wir Cartagena im Abendlicht. Einer der schönsten Perspektivwechsel unserer ersten Tage.

Gegen einen Ausflug zu den Rosario-Inseln entschieden wir uns bewusst. Schon die große Zahl der angebotenen Bootstouren schreckte uns etwas ab. Außerdem erzählten uns mehrere Reisende, dass es auf den Inseln sehr voll sei. Mehrfach wurde uns stattdessen Rincón del Mar empfohlen. Dafür reichte unsere Zeit nicht mehr, deshalb bleibt es eine Empfehlung aus Gesprächen und keine selbst getestete Alternative.

Danach wartete der erste größere Ortswechsel: Von Cartagena reisten wir weiter Richtung Tayrona, aus der dichten Stadt langsam hinein in eine deutlich grünere Landschaft.

Tayrona-Nationalpark: vom Journey Hostel auf den vollen Hauptweg

Mit Bus und Taxi von Cartagena zum Journey Hostel

Zum Busbahnhof von Cartagena fuhren wir mit Uber, was unkompliziert funktionierte. Den Bus nach Santa Marta hatten wir vorher online über Busbud gebucht. Am Terminal war alles gut ausgeschildert und unser Bus leicht zu finden. Trotzdem war es rundherum etwas chaotisch: Mehrere Leute wollten uns andere Tickets und Fahrten verkaufen. Wenn du bereits gebucht hast, lass dich davon nicht verunsichern und halte dich an die Angaben auf deinem Ticket.

In Santa Marta wollten wir eigentlich in ein Colectivo für die Weiterfahrt Richtung Tayrona umsteigen. Wir fanden den richtigen Abfahrtsort allerdings nicht und entschieden uns schließlich für ein Taxi. Die Fahrt bis zum Journey Hostel kostete uns damals zu zweit umgerechnet 41 Euro.

Das Journey Hostel war nach der Fahrt genau das Richtige. Wir hatten eines der wenigen privaten Zweierzimmer ergattert und konnten erst einmal am Pool mit Blick über den Fluss und die grünen Hügel ankommen. Wenn du dort übernachten möchtest, würde ich früh buchen. Unser großes Gepäck ließen wir während der Tour im Hostel. Im Tayrona hatten wir deshalb nur einen kleinen Tagesrucksack dabei. Das reicht für die Wanderung und die Übernachtung, wenn du die nötigen Dinge gut einpackst.

Infinitypool des Journey Hostels mit Blick über den Fluss und die grünen Hügel bei Tayrona
Der Pool im Journey Hostel war nach der Anreise und der Tayrona-Wanderung genau unser Platz zum Durchatmen.
Terrasse des Journey Hostels mit Sitzplätzen und Blick über die grünen Hügel
Auch von der Terrasse des Journey Hostels blickten wir ins Grüne.

Warum „früh“ am Parkeingang wirklich früh bedeutet

Wir hatten vorher gelesen, dass man möglichst früh am Eingang sein sollte. Gegen 8 Uhr klang für uns trotzdem noch vernünftig. Als wir ankamen, zog sich dort allerdings schon eine riesige Schlange entlang. Der Park hatte nach einer vorangegangenen Schließphase gerade wieder geöffnet, entsprechend groß war der Andrang. Nach unserer Einschätzung hätten wir mehrere Stunden gewartet, bevor die Wanderung überhaupt begonnen hätte.

Entlang der Schlange boten immer wieder Guides Touren durch den Park an. Anfangs waren wir skeptisch. Vor uns sprach dann ein Paar aus Venezuela mit einem der Anbieter. Weil ich Spanisch spreche, konnte ich mich in das Gespräch einklinken und noch etwas beim Preis verhandeln. Schließlich schlossen wir uns den beiden an und kamen über den organisierten Transfer deutlich schneller in den Park. Unser damaliger Preis für die geführte Tour inklusive Eintritt lag nach der Verhandlung bei 69 Euro.

Das hat unseren Tag gerettet, wäre mit einem früheren Start aber vermutlich gar nicht nötig gewesen. Prüfe vor deinem Besuch die aktuelle Öffnungszeit und ob der Park kurz zuvor geschlossen war. Gerade nach einer Wiedereröffnung lohnt es sich, wirklich zum Einlass dort zu sein und nicht erst eine Stunde später.

Übernachten im Tayrona: würden wir heute anders machen

Am Zeltplatz kamen wir trotzdem früh an. Reserviert hatten wir vorher nicht. An der Rezeption hieß es zunächst, alles sei ausgebucht. Auch mit meinen Spanischkenntnissen kamen wir dort nicht richtig weiter. Erst als unser Guide noch einmal nachfragte, sollten wir plötzlich warten. Am Ende bekamen am Ende doch noch einen Platz.

Wenn du unbedingt im Park übernachten möchtest, würde ich den Schlafplatz vorher online beziehungsweise über WhatsApp reservieren. Wir zahlten damals 26 Euro für zwei Personen und schliefen in einem einfachen Decathlon-Zelt. Der Zeltplatz war allerdings sehr voll. Auch auf dem Hauptweg durch den Tayrona-Nationalpark waren wir kaum einmal wirklich ungestört.

Rückblickend würden wir eher eine Tageswanderung über den Eingang El Calabazo planen. Der Weg gilt als anspruchsvoller und weniger touristisch. Selbst gegangen sind wir ihn nicht, deshalb ist das keine persönliche Routenempfehlung. Für uns klingt eine Wanderung auf dieser Seite mit anschließender Rückkehr inzwischen aber besser als eine weitere Nacht auf dem vollen Zeltplatz.

Für den Tayrona reicht ein Daypack. Unseren großen Rucksack hatten wir im Journey Hostel gelassen. Eingepackt haben wir nur das, was wir für die Wanderung und eine Nacht wirklich brauchten, dazu ausreichend Wasser und feste, leichte Schuhe. So ließ sich der Weg viel entspannter gehen.

Naturstrand mit Palmen und bewaldeten Felsen im Tayrona-Nationalpark
Die Landschaft am Hauptweg war beeindruckend. Wirklich allein waren wir dort allerdings selten.

Die Rückwanderung am nächsten Morgen zeigte uns dann doch noch eine ruhigere Seite des Parks. Wir waren vor der offiziellen Öffnung unterwegs und hatten die Wege eine Weile fast für uns. Danach kehrten wir zum Journey Hostel zurück und entspannten bis mittags am Pool, bevor unser Taxi nach Santa Marta kam.

Minca: Wasserfälle, Kaffee und Vogelstimmen

In Santa Marta zeigte uns der Taxifahrer noch, wo das Colectivo nach Minca abfahren sollte. Ganz unkompliziert war es trotzdem nicht zu finden. Als wir schließlich saßen, verbrachte ich die komplette Fahrt mit einem Hund auf dem Schoß. Ein ziemlich passender Auftakt für die nächsten Tage zwischen Fluss, Wald und offenen Duschen.

Wir übernachteten im Costeño River Hostel (Affiliate-Link). Besonders schön sind dort die drei oberen Zimmer über dem Pool mit eigener Hängematte und Blick ins Grün. Dafür hatten wir allerdings zu spät gebucht. Unser Zimmer lag weiter unten Richtung Fluss und war ebenfalls schön, nur ohne die Aussicht.

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In der Nacht bekamen wir unerwarteten Besuch von Mäusen. Wir hatten ausgerechnet Nüsse im Rucksack gelassen und fanden am nächsten Morgen nicht nur die Spuren, sondern auch ein zusätzliches Loch im Stoff. Bei offenen Duschen und einer Unterkunft mitten im Grünen muss man mit Naturkontakt rechnen. Die Nüsse würden wir trotzdem kein zweites Mal im Zimmer aufbewahren.

Offene Dusche des Costeño River Hostels mit Blick in die grüne Umgebung
Auch die offene Dusche im Costeño River Hostel war mitten im Grünen.

Wanderung zu den Cascadas de Marinka

Eine unserer Wanderungen führte zu den Cascadas de Marinka. An den Wasserfällen kann man gut einige Zeit verbringen, am Wasser sitzen und eine Pause einlegen. Der schönste Teil des Tages kam für uns trotzdem eher zufällig auf dem Rückweg.

Auf dem Rückweg kamen wir zufällig an der Finca de Café y Chocolate La Arhuaca vorbei, einem kleinen Familienbetrieb mitten im Grünen. Zunächst saß dort nur die Großmutter der Familie. Ohne Spanisch wäre der Einstieg vermutlich etwas schwierig geworden. Nachdem wir sie begrüßt und kurz mit ihr gesprochen hatten, erzählte sie uns, dass ihr Sohn Führungen anbietet.

Aus dem spontanen Stopp wurde eine private kleine Führung. Ihr Sohn erklärte uns, wie die Familie ihren Kaffee verarbeitet, ließ uns Kaffee und selbst hergestellte Schokolade probieren und zeigte uns den Garten. Gerade weil alles so ungeplant und persönlich war, blieb uns der Besuch stärker im Kopf als manche große, durchgetaktete Plantagentour. Zum Abschluss bekamen wir noch ein heißes Getränk. Der Kaffee war so stark, dass er uns definitiv in Erinnerung blieb.

Reisende vor dem Wasserfall Cascadas de Marinka bei Minca
An den Cascadas de Marinka blieben wir erst einmal eine Weile sitzen.
Kakaofrüchte und Kakaoverarbeitung bei einem kleinen Familienbetrieb nahe Minca
Bei La Arhuaca durften wir Kaffee und selbst hergestellte Schokolade probieren.
Grüne bewaldete Berglandschaft der Sierra Nevada bei Minca
Auf dem Rückweg von den Wasserfällen waren wir fast nur von Grün umgeben.

Sonnenuntergang über Minca

Für den Sonnenuntergang lohnt sich der Aufstieg zur Casa Loma Minca. Das Hostel hat eine Bar mit Terrasse und einem weiten Blick über die Umgebung. Wir würden etwas vor Sonnenuntergang hochgehen, damit du noch einen guten Platz findest.

An einem weiteren Abend gingen wir zum Minca Hostel Mirador. Auch von dort reicht der Blick bis Richtung Meer. Nach den Wanderungen war es genau die Art von Abendprogramm, für die wir nicht mehr viel planen mussten.

Goldener Sonnenuntergang über den grünen Bergen bei Casa Loma Minca
Der Sonnenuntergang von Casa Loma gehörte zu unseren schönsten Abenden in Minca.
Terrasse der Mirador Bar mit Blick über die Berge bei Minca in der Abenddämmerung
Auch vom Mirador hatten wir einen tollen Blick über die Umgebung.

Birdwatching-Tour am frühen Morgen

Am nächsten Morgen starteten wir sehr früh zu einer privaten Birdwatching-Tour. Den Kontakt hatten wir über einen Aushang gefunden und uns direkt bei der angegebenen Nummer gemeldet. Der frühe Start lohnte sich: Während die Umgebung langsam wach wurde, sahen wir unter anderem Kolibris und viele weitere Vogelarten.

Kolibri an einer Futterstation vor bewaldeten Bergen bei Minca
In und um Minca konnten wir viele verschiedene Vögel beobachten, darunter auch Kolibris.

Dass die Gegend bei Vogelbeobachtern so bekannt ist, kommt nicht von ungefähr. Die Sierra Nevada de Santa Marta zählt laut SELVA fast 70 endemische Vogeltaxa, von denen 24 als eigene Arten anerkannt sind.

Unser Tipp fürs Birdwatching: Lade dir vor der Reise Merlin Bird ID herunter. Die App hilft dabei, Vögel über Merkmale und teilweise auch über ihre Rufe einzugrenzen. Sie ersetzt keinen lokalen Guide und erkennt je nach Region nicht jede Art, macht das Zuhören und Beobachten aber noch spannender.

Nach der Tour holten wir am Pool erst einmal Schlaf nach. Am folgenden Tag organisierte das Hostel ein Taxi zurück nach Santa Marta. Von dort flogen wir weiter nach Medellín. Damit tauschten wir das grüne Bergdorf gegen eine Stadt, die uns überraschend schnell gefiel.

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Touren und Aktivitäten rund um Minca

Wenn du Wasserfälle, Kaffee- und Kakaofarmen oder eine Birdwatching-Tour lieber organisiert besuchen möchtest, findest du hier aktuelle Angebote. Die angezeigten Touren haben wir nicht selbst ausprobiert.

Wenn du über einen der Links buchst, erhalte ich eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Die Angebote werden von GetYourGuide geladen. Dabei werden Daten an GetYourGuide übertragen und Affiliate-Tracking aktiviert.

Medellín: grüne Stadt, Rooftops und Comuna 13

Medellín hat uns deutlich mehr überrascht, als wir erwartet hatten. Nach der Landung fuhren wir mit Uber in die Stadt. Zwischen den dicht bebauten Hängen wirkte Medellín erstaunlich grün, lebendig und gleichzeitig ganz anders als die Etappen zuvor.

Wer ausgehen möchte, findet rund um El Poblado viele Bars, Restaurants und Partys. Wir waren nach Tayrona und Minca allerdings ziemlich erschöpft und nutzten das Nachtleben deutlich weniger, als wir vorher gedacht hatten.

Blick auf dicht bebaute Häuser an einem Hang in Medellín durch eine regennasse Scheibe
Ein Blick auf die dicht bebauten Hänge Medellíns, durch eine regennasse Scheibe fotografiert.
Grüne Straße in Medellín mit dicht bebauten Häusern am Hang im Hintergrund
Zwischen viel Grün und steilen Straßen liegen die farbigen Häuser an den Hängen.
Tacos mit Fleisch und Limette auf einem Teller in Medellín
Tacos zum Abendessen gehörten für uns auch zu den schönen Seiten der Stadt.
Beleuchtetes Restaurant mit großen Bäumen am Abend in Medellín
Abends machten warmes Licht und alte Bäume viele Ecken Medellíns besonders stimmungsvoll.

Übernachten in Manila und ein Abend im Los Patios

Wir wohnten im Manila Hotel Boutique (Affiliate-Link). Die Zimmer waren nicht besonders groß, durch die großen Fensterfronten hatten wir aber einen schönen Blick in mehrere Richtungen. Das Viertel Manila ist eine ruhigere Basis innerhalb von El Poblado und lag für unsere Pläne praktisch.

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Am ersten Abend schauten wir spontan beim Los Patios Medellín vorbei. Nachdem uns das Hostel in Cartagena schon gefallen hatte, wollten wir sehen, welche Aktivitäten dort angeboten wurden. Am Ende saßen wir auf der Dachterrasse mit Pool, Blick über die Stadt und einem DJ-Set. Die Zimmer haben wir nicht gesehen. Für die Rooftops und das gemeinsame Programm würden wir das Hostel aber jederzeit wieder auschecken.

El Poblado am Abend: unser persönlicher Eindruck

In den belebteren Teilen von El Poblado reihen sich Bars und Restaurants aneinander und Richtung Wochenende wird es abends sehr voll. Am Sonntag erlebten wir das Viertel dagegen fast wie ausgestorben.

Auf dem Weg zwischen Manila und den lebhafteren Straßen fühlten wir uns nachts nicht überall gleich wohl. Zu zweit war die Strecke für uns machbar, allein wäre ich dort spät nicht lange herumgelaufen. Das ist unser persönlicher Eindruck und keine allgemeine Sicherheitsbewertung. Uber war günstig genug, dass wir im Zweifel auch kurze Strecken gefahren sind.

Comuna 13 mit Beyond Colombia

Unser Highlight in Medellín war die geführte Tour durch die Comuna 13 mit Beyond Colombia. Unser Guide war dort aufgewachsen und verband die bekannten Orte mit persönlichen Geschichten und politischen Hintergründen. Dadurch blieb die Tour nicht bei Streetart und Aussichtspunkten stehen, sondern gab uns einen viel tieferen Einblick in das Viertel.

Auch kulinarisch gab es einen Treffer: Bei Los Birria Express in Manila aßen wir richtig gute Birria-Tacos. Wenn du Tacos magst, können wir den Laden klar empfehlen.

Mehr Zeit blieb uns leider nicht. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus weiter nach Salento; durch Stau und Umwege dauerte die Fahrt ungefähr sechs bis acht Stunden.

Salento: Kaffee, Tejo und Wachspalmen im Nebel

Nach sechs bis acht Stunden im Bus kamen wir in Salento an. Wir waren müde, aber ziemlich froh, für die nächsten Tage nicht direkt wieder weiterzumüssen. Unsere Basis war das Coffee Tree Boutique Hotel (Affiliate-Link). Uns hat es dort richtig gut gefallen, besonders der gemütliche Aufenthaltsraum war ein Ort, an dem man nach einem langen Tag gerne noch hängen blieb.

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Kaffeeverkostung bei Entre Bosques

In Salento besuchten wir die Finca Entre Bosques. Dort kann man ein Kaffeetasting mit einem geführten Spaziergang durch die Plantage verbinden. Die Führung war sehr informativ und machte den Weg von der Kaffeepflanze bis in die Tasse endlich greifbar. Wir sind spontan hingefahren. Wenn du die Tour auf Englisch machen möchtest, würde ich vorher reservieren.

Tejo: kolumbianischer Kneipenabend mit Knall

Abends gingen wir gemeinsam mit Leuten aus der Unterkunft Tejo spielen. Dabei wirft man Metallscheiben auf ein Lehmfeld mit kleinen Knallplättchen. Trifft man sie, macht es ordentlich Peng. Das Ganze war gesellig, ein bisschen chaotisch und deutlich lustiger, als die kurze Erklärung erst einmal klingt.

Valle de Cocora: entgegen der üblichen Laufrichtung

Am nächsten Morgen nahmen wir einen der Jeeps, die am Hauptplatz von Salento ins Valle de Cocora starten. Die Rundwanderung liefen wir entgegen der üblichen Richtung, weil auf diesem Abschnitt etwas weniger los war. So hatten wir die Wachspalmen zunächst deutlich ruhiger vor uns.

Gegen Mittag zogen Wolken auf und legten sich zwischen die Berge. Statt der klaren Aussicht verschwanden die hohen Palmen plötzlich halb im Nebel. Das war nicht das Postkartenwetter, das man sich vorher ausmalt, hatte aber eine ganz eigene Stimmung. Auch mit Wolken war die Wanderung wunderschön.

Wachspalmen im nebligen Valle de Cocora bei Salento
Gegen Mittag zogen Wolken ins Valle de Cocora. Die Wachspalmen verschwanden Stück für Stück im Nebel.

Filandia bei Regen: nett, aber kein Muss

An einem weiteren Tag fuhren wir mit dem Bus nach Filandia. Leider erwischten wir ziemlich graues Regenwetter. Unter diesen Bedingungen hat uns der Ausflug nicht besonders überzeugt. Salento fanden wir mindestens genauso schön, deshalb würden wir Filandia bei wenig Zeit nicht zusätzlich einplanen. Bei Sonne wirkt der Ort vermutlich noch einmal anders; unsere Einschätzung bezieht sich bewusst auf diesen verregneten Tag.

Danach ging es weiter nach Pereira. Am nächsten Morgen flogen wir sehr früh von Pereira nach Bogotá und von dort direkt weiter nach Leticia. Zwei Flüge hintereinander machten den Tag lang, brachten uns aber innerhalb weniger Stunden aus der kühlen Kaffeezone in die feuchte Hitze des Amazonas.

Amazonas Experience ab Leticia: drei Tage zwischen Dschungel und Fluss

Schon beim Aussteigen in Leticia fühlte sich Kolumbien wieder komplett anders an. Obwohl es vorher oft warm gewesen war, mussten wir uns an die drückende Hitze und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit erst gewöhnen. Den ersten Tag fanden wir deshalb ziemlich anstrengend. Wenn deine Route es zulässt, würde ich in Leticia bewusst einen ruhigen Ankunftstag einplanen.

Wir übernachteten im Hostel Casa Las Palmas. Die Unterkunft war extrem einfach und hatte keine Klimaanlage. Unsere mehrtägige Tour fanden wir online bei Amazonas Experience Leticia und buchten sie dort; das Hostel war als Mitveranstalter beteiligt. Bei einer zweiten Reise würde ich trotzdem eher nach einer komfortableren Unterkunft am Fluss schauen und von dort einzelne Tagesausflüge machen. Solche Hotels hatten wir vor Ort gesehen, selbst getestet haben wir diese Alternative allerdings nicht.

Leticia selbst hat uns bei unserem kurzen Rundgang nicht besonders angesprochen. Viel Zeit verbrachten wir ohnehin nicht in der Stadt. In einigen Straßen fühlten wir uns außerdem etwas unwohl. Das ist ausdrücklich unser persönlicher Eindruck aus einem kurzen Aufenthalt und keine allgemeine Bewertung der Sicherheitslage.

Den Ablauf und unsere Erlebnisse auf der Tour haben wir auch in einem eigenen Bericht zur Amazonas Experience ab Leticia ausführlicher festgehalten.

Unsere dreitägige Tour gehört zu den Erlebnissen der Reise, die sich nicht mit einem einzigen Wort zusammenfassen lassen. Sie war körperlich sehr anstrengend, organisatorisch chaotisch und an einigen Stellen fühlten wir uns nicht sicher. Gleichzeitig hat sie uns tief beeindruckt. Genau deshalb möchte ich sie nicht romantischer erzählen, als sie für uns war.

Versprochene Übersetzung, die kaum weiterhalf

Vor der Buchung hatten wir ausdrücklich gefragt, ob die Tour auf Spanisch stattfindet. Uns wurde gesagt, das sei kein Problem: Freiwillige oder Praktikanten würden als Übersetzer mitgehen. Unser Begleiter war Italiener und sprach sehr gut Spanisch, aber kaum Englisch. Als Übersetzer half er uns deshalb praktisch nicht weiter.

Gerade zu Beginn wurde das zum Problem. Als wir vor dem hüfthoch überfluteten Weg standen, mussten wir erst verstehen, ob wir die Socken in den Gummistiefeln ausziehen sollten, wie tief das Wasser war und welche Tiere dort vorkommen könnten. Zum Glück spreche ich Spanisch und konnte unseren indigenen Guide direkt fragen. Dadurch erfuhren wir auch deutlich mehr über die Umgebung. Wenn du kein Spanisch sprichst, würde ich mir vor einer ähnlichen Tour schriftlich bestätigen lassen, dass wirklich ein englischsprachiger Guide mitgeht und nicht nur jemand, der grundsätzlich übersetzen soll.

Vor der Tour hatten wir eine Packliste bekommen, aber sie war nicht sehr detailliert. Für die Amazonas Experience brauchten wir einen Daypack, möglichst schnelltrocknende Sachen und wirklich viel Insektenschutz. Lange, leichte Kleidung, lange Socken, Regenjacke und Stirnlampe waren ebenfalls hilfreich. Außerdem mussten wir unsere Hängematten selbst tragen. Das war mehr Gepäck, als wir erwartet hatten. Frag am besten vorher genau nach, was gestellt wird und was du selbst tragen musst. Medizinische Besonderheiten und Ernährungswünsche solltest du vor der Buchung ansprechen.

Tag 1: drei Stunden durch überfluteten Dschungel

Angekündigt war für den ersten Tag eine einfache Wanderung von ein bis zwei Stunden zu einer Unterkunft im Wald. Schon kurz nach dem Start war klar, dass die Realität anders aussehen würde: Der Weg stand stellenweise hüfthoch unter Wasser. Aus der kurzen Wanderung wurden etwa drei Stunden, in denen wir durchs Wasser wateten und über nasse Baumstämme balancierten.

Unser Ziel war eine einfache Maloka bei indigenen Gastgebern. Wir schliefen in Hängematten unter Moskitonetzen. Wie geplant sammelten wir gemeinsam mit unserem Gastgeber die Zutaten für Mambe. Die Zubereitung dauerte mehrere Stunden. Danach saßen wir bis tief in die Nacht am Feuer. Er erzählte uns viel über die Geschichte seines Volkes und darüber, wie beim Mambe Ritual Wissen über Generationen weitergegeben wird. Später durften wir das Mambe probieren. Zum Abendessen gab es in der Maloka Fisch als eine Art Suppe mit Reis und Kochbananen. Das schmeckte uns sehr gut. Bei der Nachtwanderung entdeckten wir Spinnen und Schlangen. Danach waren wir so erschöpft, dass wir praktisch sofort in unsere Hängematten fielen.

Reisende waten in Gummistiefeln durch einen überfluteten Dschungelweg im Amazonas
Was als leichte Wanderung angekündigt war, begann mit einem stellenweise hüfthoch überfluteten Weg.
Mit Palmblättern gedeckte Unterkunft zwischen dichter Vegetation im Amazonas
Nach etwa drei Stunden erreichten wir die einfache Unterkunft mitten im Wald.
Hängematten und Moskitonetze in einer offenen Unterkunft im Amazonas
Unsere Schlafplätze für die Nacht: Hängematten unter Moskitonetzen.
Offene Feuerstelle zum Kochen im Inneren einer Maloka im Amazonas
Im Inneren der Maloka wurde am offenen Feuer gekocht und später auch Mambe hergestellt.
Große Spinne auf dem Waldboden im Licht einer Taschenlampe
Bei der Nachtwanderung entdeckten wir Spinnen wie diese und auch Schlangen.

Tag 2: zurück aus dem Wald und mit dem Boot nach Peru

Am zweiten Tag liefen wir denselben Weg wieder zurück. Danach wechselten wir vom matschigen Waldboden direkt ins Boot und fuhren über den Amazonas Richtung Peru. Allein der Blick vom kleinen Holzboot auf den breiten Fluss war beeindruckend.

Auch die nächste Unterkunft war sehr einfach, für uns aber grundsätzlich in Ordnung. Es gab Zweierzimmer und das Essen schmeckte richtig gut. Getrübt wurde der Aufenthalt dadurch, dass der Besitzer deutlich alkoholisiert war und wir sein Verhalten als sehr unangenehm empfanden. Das ist unsere persönliche Erfahrung vor Ort und einer der Gründe, weshalb wir die Tour trotz der starken Eindrücke nicht uneingeschränkt empfehlen würden.

Mit dem Boot fuhren wir zu einer Auffangstation für Affen und andere Wildtiere, die Menschen zuvor als Haustiere gehalten hatten. Der Gedanke, dass sie vielleicht nie wieder selbstständig im Wald leben können, blieb bei uns hängen. Die Station versucht, sie auf eine Auswilderung vorzubereiten. Bei Tieren, die stark an Menschen gewöhnt sind, gelingt das jedoch nicht immer.

Danach gingen wir Piranhas angeln. Das war überraschend spannend: Ein Stück Hähnchen kam als Köder an den Haken, und wir sollten die Angel im Wasser zittern lassen. Unser Fang wurde später angebraten und zum Essen serviert. Er schmeckte uns richtig gut.

Blick aus einem blauen Holzboot auf den Amazonas unter dunklen Wolken
Mit dem kleinen Holzboot fuhren wir über den Amazonas Richtung Peru.
Einfacher bunt gestrichener Holzflur in einer Unterkunft am Amazonas in Peru
Die zweite Unterkunft war ebenfalls sehr einfach, bot aber kleine Zweierzimmer und gutes Essen.
Gefangener Piranha in einer Hand während der Amazonas-Tour
Unser Piranha-Fang wurde später angebraten.
Auf Stelzen errichtete Tierauffangstation am Fluss im Amazonasgebiet
In der Auffangstation werden Wildtiere aufgenommen, die zuvor als Haustiere gehalten wurden.
Zwei Affen sitzen gemeinsam auf einer Wiese in der Auffangstation
Die Tiere sollen langfristig wieder ausgewildert werden. Bei großer Nähe zum Menschen ist das jedoch nicht immer einfach.
Dunkler Affe frisst Obst auf einer Holzterrasse der Auffangstation
Neben mehreren Affenarten wurden in der Station auch andere Wildtiere versorgt.
Roter Ara sitzt auf einem Baumstumpf in der Tierauffangstation
Auch Aras gehörten zu den Tieren, die wir in der Auffangstation sahen.
Tukan sitzt auf einem Schild in der Tierauffangstation im Amazonas
Ein Tukan hatte sich direkt über dem Weg niedergelassen.

Tag 3: Rosa Delfine, eine Abkürzung und ein Baum im Weg

Am dritten Tag waren wir zunächst noch einmal mit dem Boot unterwegs. Auf dem Rückweg Richtung Leticia hielten wir Ausschau nach den rosa Flussdelfinen. Wir sahen sie tatsächlich, allerdings nur aus einiger Entfernung.

Dann schlug unser Guide eine Abkürzung durch einen schmalen Seitenarm vor. Zunächst glitten wir noch ruhig zwischen überfluteten Bäumen hindurch. Wenig später lag ein umgestürzter Baum quer über dem Wasser. Der Kanal war so eng, dass wir nicht einmal wenden konnten. Unser Flug nach Bogotá ging noch am selben Tag.

Unser Guide begann, den Stamm mit der Machete zu bearbeiten. Wir stiegen aus und balancierten uns an der Engstelle vorbei, damit das Boot leichter wurde. Anschließend versuchte er, es mit ordentlich Schwung über den verbliebenen Stamm zu bekommen. In diesem Moment fühlte sich die vermeintliche Abkürzung deutlich länger an als der normale Weg.

Am Ende funktionierte es. Wir erreichten Leticia und schafften unseren Flug nach Bogotá noch rechtzeitig. Nach drei intensiven Tagen im Amazonas ging es damit fast ohne Pause weiter in die nächste Großstadt.

Schmaler Wasserweg mit dichter Vegetation auf dem Rückweg Richtung Leticia
Auf dem Rückweg Richtung Leticia nahm unser Guide eine Abkürzung durch einen schmalen Seitenarm.
Blick aus dem Boot in einen engen überfluteten Wald im Amazonasgebiet
Zwischen den überfluteten Bäumen wurde der Weg immer enger. Zum Wenden war kaum noch Platz.
Guide bearbeitet einen umgestürzten Baum, der den schmalen Wasserweg blockiert
Der umgestürzte Baum blockierte den Wasserweg vollständig. Unser Guide versuchte, mit der Machete eine Durchfahrt zu schaffen.

Unsere Eindrücke von den drei Tagen im Dschungel, den Ablauf der Tour und die wichtigsten Packtipps beschreibe ich im Amazonas-Abschnitt weiter oben.

Bogotá: Regen, richtig gutes Essen und 15 Grad zum Abschluss

Nach der feuchten Hitze des Amazonas fühlten sich etwa 15 Grad in Bogotá erst einmal fast kalt an. Hier brauchten wir lange Hosen und eine warme Jacke. Ausgerechnet an einem unserer wenigen Tage regnete es außerdem ziemlich stark. Zu Hause geblieben sind wir trotzdem nicht.

Vom Selina zum Socialtel in La Candelaria

Gebucht hatten wir ursprünglich das Selina in La Candelaria. Kurz vor unserer Ankunft wurde das Haus zu Socialtel Bogotá Candelaria. Die Zimmer waren bereits richtig schön und auch die Lage fanden wir für unsere Pläne sehr praktisch. Nur das gemeinsame Programm hing damals etwas zwischen den alten Selina-Aktivitäten und dem noch nicht vollständig aufgebauten Socialtel-Konzept. Das war eine Momentaufnahme während der Umstellung; die Unterkunft selbst können wir klar empfehlen.

Free Walking Tour, Food Tour und Monserrate

Trotz des Regens machten wir eine Free Walking Tour und zusätzlich eine Food Tour. Dabei probierten wir unter anderem Capybara und bekamen noch einmal eine ganz andere Seite der Stadt gezeigt. Gerade kulinarisch hat uns Bogotá richtig überrascht.

Für den Blick über die Stadt fuhren wir außerdem hinauf zum Monserrate. Ein Stück des Weges zur Talstation legten wir mit Uber zurück. Beide Guides warnten uns davor, von der Innenstadt einfach zu Fuß bis zur Gondel zu laufen, weil es auf dieser Strecke häufiger zu Überfällen komme. Wir haben diese Information nicht selbst überprüft, nahmen den Hinweis vor Ort aber ernst. Prüfe vor deinem Besuch die aktuelle Situation und nimm bei einem unguten Gefühl lieber eine kurze Fahrt.

Dios: unser Restaurant-Favorit in Bogotá

In Bogotá kann man überraschend schick essen gehen. Unser Favorit war das Restaurant Dios in La Candelaria, in das wir gleich zweimal gingen. Besonders die Steaks waren richtig gut. Dazu sitzt man schön in einem Innenhof, und bei unseren Besuchen waren dort viele Einheimische.

Unser Sicherheitsgefühl in Kolumbien

Generell fühlten wir uns in Kolumbien nicht dauerhaft unsicher. In der Kaffeeregion und in Minca waren wir sogar sehr entspannt unterwegs. Trotzdem würde ich immer auf das eigene Bauchgefühl hören. Wenn sich eine Straße nachts nicht gut anfühlt, muss man sie nicht auf Biegen und Brechen zu Fuß gehen. Wir nutzten dann lieber auch für kurze Strecken Uber und ließen uns am Flughafen nicht von irgendeinem Fahrer zu einem Wagen lotsen.

Das heißt nicht, dass jede ruhige Straße gefährlich ist. Für uns war es eher eine Kombination aus Aufmerksamkeit, lokalen Hinweisen und dem Gefühl vor Ort. Gerade bei einer Rundreise, auf der man ständig in einer neuen Stadt ankommt, fanden wir diese einfache Regel hilfreicher als pauschale Aussagen darüber, ob ein ganzer Ort sicher oder unsicher sei.

Ungewöhnlich gründliche Kontrolle beim Rückflug

Beim Abflug nach Deutschland erlebten wir eine Kontrolle, wie ich sie vorher noch nie hatte. Frauen und Männer mussten sich getrennt aufstellen, wurden jeweils von einer Polizistin beziehungsweise einem Polizisten gründlich abgetastet und zusätzlich von einem Hund kontrolliert. Dadurch zog sich das Boarding deutlich länger als erwartet. Ob diese Kontrolle regelmäßig stattfindet, können wir nicht sagen. Für einen internationalen Abflug ab Bogotá würde ich trotzdem genügend Zeit am Flughafen einplanen.

Was wir bei Klima, Transport und Planung beachten würden

Die Route ist in drei Wochen machbar, aber nicht gemütlich. Sie funktioniert vor allem dann gut, wenn Busse, Flüge und Unterkünfte sinnvoll ineinandergreifen und wenn du akzeptierst, dass einzelne Tage fast vollständig fürs Weiterreisen draufgehen.

  • Karibikküste: Cartagena, Santa Marta, Tayrona und Minca lassen sich mit Bussen und lokalen Transfers verbinden.
  • Lange Distanzen: Für Santa Marta–Medellín, Pereira–Bogotá–Leticia und Leticia–Bogotá nutzten wir Inlandsflüge.
  • Kaffeezone: Medellín–Salento dauerte durch Stau und Umwege ungefähr sechs bis acht Stunden mit dem Bus.
  • Offline planen: Karten, Buchungsdaten und wichtige Telefonnummern vorab herunterladen.

Welche Kleidung wir für die Klimawechsel brauchten

Auf kaum einer anderen Reise wechselte unser Gepäck so oft zwischen ganz unten und ganz oben im Rucksack. Von trockener Karibikhitze bis zu kühlen 15 Grad in Bogotá war innerhalb von drei Wochen fast alles dabei.

  • Cartagena und Tayrona: bei uns ungefähr 30 Grad, karibisch warm und eher trocken. Leichte, kurze Kleidung reichte meistens.
  • Minca: tagsüber weiterhin warm genug für kurze Sachen; für den Abend war eine leichte Jacke angenehm.
  • Medellín: schön warm, am Abend aber etwas kühler.
  • Salento und Cocora Valley: deutlich regnerischer; für Wanderungen brauchten wir eine Jacke und vernünftigen Regenschutz.
  • Leticia und Amazonas: sehr warm und extrem schwül. Leichte, lange Kleidung war für die Tour trotzdem sinnvoll.
  • Bogotá: bei uns etwa 15 Grad; lange Hose, Pullover und eine wärmere Jacke gehörten hier wirklich ins Gepäck.

Rückblickend war genau dieser ständige Wechsel das Spannende an unserer Kolumbien-Rundreise. Wer lieber länger an einem Ort bleibt, sollte mindestens eine Station streichen. Wenn du dagegen Kontraste magst und Reisetage bewusst einplanst, bekommst du in drei Wochen einen ziemlich vielseitigen ersten Eindruck vom Land.