Montenegro · Roadtrip

Elf Tage durch Montenegro: von der Bucht von Kotor bis zum Durmitor

Vom Flughafen in Podgorica führte unsere Rundreise an die Bucht von Kotor, in den Durmitor, zum Skadarsee und an die Adria, bevor wir zum Rückflug wieder in der Hauptstadt ankamen.

Blick von der Festung über Kotor und die von Bergen eingerahmte Bucht
Von oberhalb der Altstadt zeigt sich, warum die Bucht von Kotor sofort einen Platz in unserer Erinnerung bekommen hat.

Montenegro war für uns eine Reise der schnellen Kulissenwechsel. In Kotor liefen wir durch warme, helle Gassen, in Žabljak heizten wir abends den Holzofen an, und am Skadarsee glitt das Boot zwischen Seerosen hindurch. Der Mietwagen verband diese sehr verschiedenen Etappen. Auf montenegrinischen Bergstraßen bedeutet eine kurze Strecke allerdings nicht automatisch, dass man schnell ankommt.

Unsere Route durch Montenegro im Überblick

  • 18. Mai: Landung am Flughafen Podgorica, Mietwagenübernahme, kurzer Stopp im Nationalpark Lovćen und Fahrt nach Muo an der Bucht von Kotor
  • 18.–21. Mai: Muo als Basis für Kotor, Festung, Bucht und Perast
  • 21.–23. Mai: Bosača bei Žabljak und der Nationalpark Durmitor mit Schwarzem See und Tara
  • 23.–25. Mai: Dujeva bei Rijeka Crnojevića als Basis für den Skadarsee
  • 25.–28. Mai: Budva, Sveti Stefan und entspannte Tage am Meer
  • 28. Mai: Rückfahrt zum Flughafen Podgorica und Heimflug

Wir schliefen in vier verschiedenen Unterkünften. Das klingt für elf Tage nach viel, passte aber gut zu den unterschiedlichen Regionen. Rund um Kotor und Budva sind die Straßen dichter befahren; im Landesinneren bestimmen Kurven, Schluchten und spontane Fotostopps das Tempo.

Unsere vier Unterkünfte in Montenegro

Dieses Mal haben wir alle vier Unterkünfte über Airbnb gebucht und waren überall begeistert. Statt jeden Tag neu zu packen, nutzten wir sie als regionale Basen. So lagen die wichtigsten Ziele der jeweiligen Etappe gut erreichbar und die Rundreise ergab eine klare Schleife ab und bis Podgorica.

  • Apartments Bella Vista in Muo: unsere erste Basis direkt an der Bucht von Kotor
  • Vila Hana in Bosača: fantastische Holzhütten mitten in der Natur, wenige Kilometer außerhalb von Žabljak
  • Rooms Dujeva Drago in Dujeva: eine etwas in die Jahre gekommene Unterkunft bei einer unglaublich herzlichen Familie mit einem großartigen Ausblick über die Landschaft
  • Sun’n’Sea in Budva: etwas außerhalb gelegen, dafür günstiger und sehr modern

Bei den Rooms Dujeva Drago war die Verständigung ohne Montenegrinisch nicht immer einfach. Mit Geduld und Gesten hat es trotzdem funktioniert, und die Herzlichkeit der Familie sowie der Ausblick machten das mehr als wett.

Den Mietwagen holten wir am Flughafen Podgorica ab und gaben ihn dort am Ende der Reise wieder zurück. Die Hauptstadt war damit Start und Ziel unserer Rundreise, auch wenn wir dort keine eigene Übernachtung eingeplant hatten.

18.–20. Mai: Kotor und die Bucht

Nach der Landung in Podgorica übernahmen wir direkt am Flughafen den Mietwagen. Auf dem Weg nach Muo fuhren wir durch den Nationalpark Lovćen. Für eine längere Erkundung blieb keine Zeit, aber an einem Aussichtspunkt legten wir einen kurzen Stopp mit Blick auf die Bucht von Kotor ein. Noch am selben Abend erreichten wir Muo. Von den Apartments Bella Vista an der Bucht war Kotor unser erstes großes Ziel. Die Altstadt liegt kompakt hinter ihren Mauern: enge Gassen, kleine Plätze und immer wieder ein Blick auf die Felsen, die direkt hinter den Dächern aufragen. Früh am Morgen war es noch angenehm ruhig, später wurde es deutlich voller. Zwischen den Gassen und kleinen Plätzen begegneten uns immer wieder Katzen, die längst zum Bild der Altstadt gehören.

Der Aufstieg oberhalb der Altstadt war schweißtreibender als die Karte vermuten ließ. Mit jeder Stufe öffnete sich der Blick weiter über die roten Dächer und die tief eingeschnittene Bucht. Genau für dieses Panorama lohnt sich ein früher Start: weniger Hitze, weniger Betrieb und mehr Zeit, oben einfach stehen zu bleiben.

Steinerne Kirche auf einer kleinen, von Zypressen bewachsenen Insel vor Perast
Bei der Bootstour durch die Bucht kamen wir den kleinen Kircheninseln vor Perast ganz nah.

In Perast mussten wir die Bootstour nicht vorab reservieren. Direkt am Ufer fahren regelmäßig kleine Boote zur Insel Maria vom Felsen, sodass wir spontan einsteigen konnten. Vom Wasser aus wirkte die Bucht noch einmal ganz anders. Sonnenschutz und eine leichte Jacke gehören trotzdem gleichzeitig ins Gepäck, denn auf dem offenen Wasser kann der Fahrtwind überraschend kühl werden.

Nach der Bootsfahrt aßen wir bei Perast Pizza Bocalibre. Man sitzt dort sehr schön und die Pizza war richtig lecker. Am Abend waren wir in Kotor bei BBQ Tanjga. Für Fleischesser ist das eine klare Empfehlung, allerdings sollte man bei großem Andrang mit einer längeren Wartezeit rechnen.

21.–22. Mai: Von der Küste in den Durmitor

Von Muo ging es weiter zur Vila Hana im hoch gelegenen Dorf Bosača bei Žabljak. Die Fahrt nach Norden war der größte Landschaftswechsel unserer Route. Aus mediterraner Küste wurden grüne Hochflächen, dichte Wälder und Gipfel mit letzten Schneefeldern. Kurz vor der Ankunft fragten wir uns noch, ob wir uns mitten im Wald verfahren hatten. Dann tauchten die Holzhütten auf und waren sofort einer der Höhepunkte unserer Unterkünfte. Sie passten perfekt zur Umgebung, und an den kühlen Abenden wurde es am Holzofen besonders gemütlich.

Holzhütten auf einer grünen Wiese am Rand des Durmitor-Gebirges
Unsere Unterkunft bei Žabljak: viel Grün, Wald vor der Tür und Berge am Horizont.
Brennender Holzofen in einer Berghütte im Durmitor-Nationalpark
Im Mai waren die Tage freundlich, die Abende in den Bergen aber kühl genug für den Holzofen.

Am Schwarzen See, dem Crno Jezero, wollten wir eigentlich den kompletten Rundweg laufen. Ein Wasserfall hatte den Weg jedoch überschwemmt, sodass wir an dieser Stelle nicht weiterkamen. Stattdessen folgten wir einem Weg ein Stück hinauf in Richtung der Gipfel, bis die ersten Schneefelder begannen. So wurde aus dem geplanten Rundweg spontan eine kleine Bergwanderung.

Wanderin am Ufer des Schwarzen Sees vor bewaldeten Bergen mit Schneefeldern
Am Schwarzen See lagen Frühling am Ufer und Winter auf den Gipfeln erstaunlich nah beieinander.

Rafting auf der Tara

Das Rafting buchten wir spontan in Žabljak. Dort gibt es viele Anbieter, bei denen man sich vor Ort nach Touren erkundigen und kurzfristig einen Platz buchen kann. Die Tara brachte den aktivsten Teil der Reise. Mit Neoprenanzug, Helm und Paddel ging es auf das auffällig türkisfarbene Wasser. Zwischen hellen Felsen und dichtem Grün fühlte sich die Schlucht noch größer an als von der Straße aus. Die ruhigeren Abschnitte ließen Zeit zum Schauen; an anderen Stellen war gemeinsames Paddeln gefragt.

Rafterin mit rotem Helm und Schwimmweste in einem gelben Boot auf der türkisfarbenen Tara
Türkis, kalt und sehr klar: Rafting auf der Tara war unser Abenteuer zwischen den ruhigen Naturtagen.

Bei einer Tour würden wir Anbieter, enthaltene Ausrüstung, Transfer und Wasserstand vorab klären. Wechselkleidung gehört ins Auto. Auch bei Sonne bleibt das Wasser der Tara eiskalt. Das merkten wir spätestens beim ersten Spritzer.

Womit wir nicht gerechnet hatten: An diesem Tag war Feiertag und viele Restaurants sowie Supermärkte waren geschlossen. Zum Glück fanden wir noch irgendwo Ćevapčići. Wer spontan unterwegs ist, sollte deshalb kurz prüfen, ob ein Feiertag ansteht, und sich rechtzeitig mit Proviant eindecken.

23.–24. Mai: Virpazar und der Skadarsee

Von Bosača ging es zurück in den Süden zu den Rooms Dujeva Drago bei Rijeka Crnojevića. Die Unterkunft wurde von einer unglaublich lieben Familie geführt. Sie war schon etwas in die Jahre gekommen, hatte dafür aber einen fantastischen Ausblick. Die Verständigung war ohne Montenegrinisch nicht immer leicht, funktionierte mit Geduld und Gesten aber trotzdem. Von dort erkundeten wir den Skadarsee. Auf der Bootstour wechselten offene Wasserflächen mit breiten Teppichen aus Seerosen. Das langsame Bootstempo passte perfekt nach den vielen Kurven und dem Rafting.

Frau auf dem Bug eines Holzbootes zwischen Seerosen auf dem Skadarsee
Zwischen den Seerosen wurde die Bootsfahrt auf dem Skadarsee zu einem der stillsten Momente der Reise.

Ein weiterer Höhepunkt lag oberhalb des Wassers: der Blick über die Schleifen der Rijeka Crnojevića. Mit Brot, Käse, Oliven und einem Glas Wein vor diesem Panorama war für einen Moment wirklich kein weiterer Programmpunkt nötig.

Brot, Käse, Oliven und Wein auf einer Terrasse mit Blick auf die Flussschleifen der Rijeka Crnojevića
Eine Pause mit Aussicht: Hinter dem Tisch zieht die Rijeka Crnojevića ihre Schleifen durch die grüne Landschaft.

Für Bootstouren lohnt sich ein Start am Vormittag, wenn Licht und Temperaturen angenehmer sind. Mückenschutz, Sonnenhut und genügend Wasser sind trotz gemütlicher Fahrt sinnvoll.

25.–27. Mai: Budva, Sveti Stefan und das Meer

Zum Abschluss zogen wir ins Sun’n’Sea in Budva. Die Unterkunft lag etwas außerhalb, war dafür günstiger und supermodern. Nach den vielen Etappen davor wollten wir in den letzten Tagen kein großes Programm mehr unterbringen.

Wir sahen uns Budva an, fuhren nach Sveti Stefan und verbrachten dort Zeit am Meer. Vom Aussichtspunkt ist die kleine, dicht bebaute Insel mit ihrem schmalen Damm schon aus der Entfernung beeindruckend. Danach ging es ans Wasser und wir konnten sogar baden.

Blick über Bäume auf die Insel Sveti Stefan und die blaue Adria
Sveti Stefan ist einer dieser Orte, die schon vom Aussichtspunkt wie eine kleine eigene Welt wirken.

Mehr brauchten wir zum Ende der Reise nicht. Wir ließen die letzten Tage ruhig ausklingen, genossen das Meer und fuhren am 28. Mai von Budva zurück zum Flughafen Podgorica. Dort gaben wir den Mietwagen ab und traten den Rückflug an.

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Für unsere Route zwischen Kotor, Durmitor, Skadarsee und Budva war ein Mietwagen die flexibelste Lösung. Ein kompaktes Auto ist auf engen Ortsdurchfahrten und bei der Parkplatzsuche praktisch. Preise, Versicherungsschutz und Bedingungen für Grenzfahrten solltest du vor der Buchung vergleichen.

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Praktische Tipps für einen Roadtrip durch Montenegro

  • Mietwagen: Ein kompaktes Auto erleichtert enge Ortsdurchfahrten und Parkplätze. Versicherungsschutz und bestehende Schäden bei der Übernahme dokumentieren.
  • Fahrzeiten: Bergstraßen, Aussichtspunkte und dichter Verkehr rund um die Bucht großzügig einplanen.
  • Kleidung im Mai: Badesachen für die Küste und warme Schichten für Žabljak gehören in denselben Koffer.
  • Bargeld: Für kleine Parkplätze, Märkte oder spontane Stopps eine Reserve dabeihaben.
  • Karten offline speichern: Vor der Fahrt ins Gebirge herunterladen und Unterkünfte zusätzlich mit Koordinaten speichern.
  • Tagesplanung: Eine große Aktivität pro Tag reicht häufig; die Landschaft liefert unterwegs ohnehin zusätzliche Stopps.

Unsere vier Basen in Muo, Bosača, Dujeva und Budva würden wir wieder ähnlich wählen. Sie verteilen die langen Fahrten und lassen genug Zeit, jede Region nicht nur aus dem Autofenster zu sehen.

Unser Fazit zu Montenegro

Montenegro blieb uns nicht wegen eines einzelnen Ortes in Erinnerung, sondern wegen der Nähe seiner Gegensätze. Zwischen der Bucht von Kotor und dem Holzofen in Žabljak lagen nur wenige Stunden. Zwischen Tara und Skadarsee wechselte die Farbe des Wassers, aber nicht das Bedürfnis, ständig noch einmal anzuhalten.

Beim nächsten Mal würden wir im Durmitor einen zusätzlichen Wandertag einplanen und an der Küste weniger Orte auf einmal vornehmen. Für diese erste Rundreise war die Mischung aber genau richtig: ein bisschen Stadt, viel Landschaft, kalte Bergluft und warme Adriasonne. Dazu kamen genügend Kurven, damit sich selbst kurze Etappen nach echtem Roadtrip anfühlten.