Südafrika · Roadtrip

Südafrika Roadtrip: 13 Tage von Kapstadt über die Garden Route bis Stellenbosch

Stadtleben, wilde Küsten, Safaris und Weinberge: Unsere Route verbindet Südafrikas Kapregion und die Garden Route zu einer abwechslungsreichen Rundreise mit dem Mietwagen.

Oldtimer fährt auf der kurvigen Küstenstraße Chapman's Peak Drive bei Kapstadt
Kurven, Felswände und Atlantikblicke: Der Chapman's Peak Drive gehört zu den schönsten Abschnitten unseres Südafrika-Roadtrips.

Diese Südafrika-Route ist ideal, wenn du in knapp zwei Wochen möglichst viele Facetten der Kapregion erleben möchtest: Kapstadt, Kap-Halbinsel, Wale in Hermanus, die Garden Route, mehrere Safaris und zum Abschluss das Weinland rund um Stellenbosch.

Unsere Südafrika-Route im Überblick

Wir reisten vom 27. November bis 9. Dezember. Die Jahreszahlen und damaligen Preise sind für die Routenplanung weniger wichtig als die Reihenfolge der Stopps: Zuerst blieben wir ohne Auto in Kapstadt. Den Mietwagen holten wir erst für die Weiterfahrt ab und gaben ihn am Abflugtag wieder am Flughafen zurück. So sparten wir während der Kapstadt-Tage Mietkosten und mussten in der Stadt keinen Parkplatz suchen.

  • Tag 1–2: Kapstadt mit Free Walking Tour, Tafelberg und Clifton Beach
  • Tag 3: Kapstadt – Hout Bay – Chapman’s Peak – Noordhoek – Scarborough – Simon’s Town
  • Tag 4: Boulders Beach – Kalk Bay – Muizenberg – Clarence Drive – Hermanus
  • Tag 5: Katamaranfahrt in Hermanus – Mossel Bay
  • Tag 6: Tagesausflug ins Botlierskop Private Game Reserve – Mossel Bay
  • Tag 7: Garden Route Game Lodge mit Nachmittagssafari
  • Tag 8: Morgensafari – Wilderness – Plettenberg Bay – Robberg Nature Reserve
  • Tag 9: Tsitsikamma-Nationalpark
  • Tag 10: Lange Fahrt nach Stellenbosch
  • Tag 11: Wine Tram, Boschendal, Vrede en Lust und Bartinney
  • Tag 12: Babylonstoren, Waterford Estate und Braai im Airbnb
  • Tag 13: Fahrt zum Flughafen und Heimflug

Werbung · Affiliate-Link

Mietwagen für Südafrika vergleichen

Für die zentralen Tage in Kapstadt brauchten wir kein Auto. Für Kaphalbinsel, Garden Route und Winelands war der Mietwagen dagegen ein wichtiger Teil unserer Route. Vergleiche neben dem Preis auch Versicherungsschutz, Selbstbeteiligung und die Bedingungen für zusätzliche Fahrer.

Mietwagenpreise bei CHECK24 vergleichen

Wenn du über diesen Link buchst, erhalte ich eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Südafrika-Roadtrip planen: Mietwagen, Strecken und Unterkünfte

Wann braucht man den Mietwagen?

Für die zentralen Kapstadt-Tage war ein Auto für uns nicht notwendig. Viele Ziele lassen sich per Fahrdienst oder organisierter Tour erreichen, während Parken und Großstadtverkehr zusätzliche Aufmerksamkeit verlangen. Für die Kap-Halbinsel und die Garden Route wird der Mietwagen dagegen zum Kern der Reise: Er gibt dir die Freiheit, Aussichtspunkte, Strände und kleinere Orte spontan einzubauen.

Plane die angegebenen Fahrzeiten nur als reine Lenkzeit. Fotostopps, Pausen, Baustellen und langsamere Küstenabschnitte machen aus zwei Stunden schnell einen halben Reisetag. Wir würden pro Fahrtag höchstens zwei feste Aktivitäten reservieren.

Unterkünfte entlang der Route

Wir kombinierten Apartments und Gästehäuser mit einer Safari-Lodge. Unsere damaligen Unterkunftspreise lagen – soweit notiert – ungefähr zwischen 53 und 118 Euro pro Nacht; die Lodge war eine separate, höherpreisige Erfahrung. Diese Werte sind keine aktuellen Preisangaben. Saison, Wochentag, Zimmerkategorie und Buchungszeitpunkt verändern die Kosten deutlich.

Für die Wahl der Lage war uns wichtiger als Luxus: eine sichere Ankunft ohne komplizierte Parkplatzsuche, gute Restaurants in erreichbarer Nähe und ein früher Start am nächsten Morgen. In Kapstadt lag unsere Basis in Sea Point, in Simon’s Town nahe der Kap-Halbinsel, danach folgten Hermanus, Mossel Bay, die Game Lodge, Plettenberg Bay und Stellenbosch.

Eine Kap-Pelzrobbe schwimmt im türkisfarbenen Wasser vor Kapstadt
Rund um Kapstadt begegneten uns Meer und Tierwelt immer wieder – manchmal ganz unerwartet.

Tag 1–2: Kapstadt kennenlernen

Tag 1: Ankommen nach dem Nachtflug

Wir landeten morgens gegen sieben Uhr in Kapstadt und hatten völlig unterschätzt, wie müde uns der Nachtflug machen würde. In unser Airbnb in Sea Point konnten wir erst mittags. Deshalb gingen wir direkt in der Nähe im Norfolk Deli frühstücken. Das kleine Café gefiel uns so gut, dass wir während unseres Aufenthalts noch mehrmals zurückkamen.

Vor der Walking Tour liefen wir kurz an der Küste von Sea Point entlang. Die Gegend galt für uns als gute Basis und die Promenade war angenehm für einen ersten Spaziergang. Diesen Abschnitt fanden wir allerdings nicht so sehenswert, dass wir dafür viel Zeit einplanen würden.

Gegen Mittag nahmen wir an einer Free Walking Tour durch das Stadtzentrum teil. Inhaltlich war sie ein guter Einstieg, doch danach waren wir so erschöpft, dass wir nur noch zurück ins Airbnb und schlafen wollten. Bo-Kaap ließen wir deshalb als eigenen Programmpunkt aus und sahen das Viertel nur bei einer Fahrt mit dem Uber.

Während der Walking Tour erinnerte unser Guide uns mehrfach daran, auf Wertsachen und die Umgebung zu achten. Auch unabhängig davon fühlten wir uns nicht überall vollkommen entspannt. Deshalb nutzten wir in Kapstadt für fast alle Wege Uber. Die Fahrten waren für uns bezahlbar und praktisch, schränkten aber das spontane Gefühl ein, einfach loszulaufen und die Stadt frei zu erkunden. Das ist unser persönlicher Eindruck und kann je nach Viertel, Tageszeit und Situation unterschiedlich ausfallen.

Frühstück und Restaurants in Kapstadt

Frühstücken und Brunchen war für uns eines der kulinarischen Highlights in Kapstadt. Die Auswahl ist riesig und in vielen Cafés bekommt man Frühstück bis weit in den Tag hinein. Neben dem Norfolk Deli können wir Butter All Day empfehlen. Dort waren wir ebenfalls frühstücken und fanden es sehr lecker.

Abends gefiel uns besonders das Tapas-Restaurant La Bruixa in Sea Point. Es war im Vergleich zu einigen anderen Restaurants etwas teurer, für die Qualität und die Tapas aber immer noch fair. Das Essen war hervorragend und von unserer Unterkunft konnten wir zu Fuß hinlaufen.

Tag 2: Tafelberg und Sonnenuntergang am Clifton Beach

Am zweiten Tag machten wir wirklich nur den Tafelberg als große Aktivität. Wir frühstückten vorher und starteten anschließend so früh wie möglich mit dem Aufstieg. Trotzdem war die Wanderung schweißtreibend. Oben nahmen wir uns Zeit, liefen noch ein Stück über das Plateau und genossen die Aussicht.

Mit der Seilbahn fuhren wir erst am Nachmittag wieder hinunter. Wichtig ist, am selben Morgen Wind, Wetter und Betriebsstatus zu prüfen und eine sichere Alternative für den Abstieg zu haben, falls die Bahn nicht fährt.

Vom Tafelberg ging es mit dem Uber zurück zum Airbnb. Später fuhren wir noch zum Clifton Beach westlich von Sea Point. Der Strand war wunderschön und perfekt, um nach der Wanderung im Sand zu sitzen und den Sonnenuntergang anzuschauen. Das Wasser war allerdings extrem kalt, deshalb blieb es bei uns beim Strandabend ohne Baden.

Tag 3–4: Chapman's Peak, Simon’s Town und Clarence Drive

Tag 3: Hout Bay, Chapman's Peak Drive und Scarborough

Am dritten Tag holten wir unseren Mietwagen am Flughafen ab. Dafür brauchten wir am Morgen deutlich mehr Zeit als gedacht. Plant für Abholung, Papierkram, Fahrzeugkontrolle und die erste Orientierung also lieber einen großzügigen Puffer ein.

Auch bei der Navigation schauten wir genauer hin. Manche vorgeschlagenen Abbiegungen hätten uns durch für uns unbekannte Township-Gebiete geführt. Mit Gepäck im Auto wollten wir solche spontanen Umwege vermeiden und legten unsere Route deshalb vor der Abfahrt fest.

Unser erster schöner Zwischenstopp war Hout Bay. Direkt am Pier lagen Robben, die wir aus nächster Nähe beobachten konnten. Danach fuhren wir auf den Chapman's Peak Drive. Die berühmte Küstenstraße selbst ist überraschend kurz. Gerade deshalb lohnt es sich, zwischendurch anzuhalten und die Aussicht in Ruhe mitzunehmen. Einige Parkbuchten waren bereits voll, aber wir fanden trotzdem noch einen schönen Platz. Vor der Fahrt solltest du prüfen, ob die Straße geöffnet ist und welche Maut aktuell gilt.

Direkt hinter dem Chapman's Peak Drive fuhren wir zum Noordhoek Beach. Vom Parkplatz ging es durch die Dünen zum Meer. Der Sand war so heiß, dass wir uns ordentlich die Füße verbrannten. Schuhe sind hier auch für den kurzen Weg eine gute Idee. Rund um den Zugang standen Hinweise, auf sich und seine Sachen zu achten. Wir waren deshalb froh über den Parkwächter am Parkplatz, ließen aber trotzdem nichts sichtbar im Auto. Am Strand gingen wir kurz ins kalte Wasser und fuhren anschließend weiter.

Zum Mittagessen hielten wir im Whole Earth Cafe in Scarborough. Es war angenehm ruhig, das Essen sehr lecker und auch der Smoothie hat uns richtig gut geschmeckt. Danach schauten wir noch kurz am schönen Strand von Scarborough vorbei.

Anschließend ging es über den Berg nach Simon’s Town, wo wir in unser Airbnb eincheckten. Weil uns Scarborough so gut gefallen hatte und Simon’s Town auf der anderen Seite der Halbinsel liegt, fuhren wir am Abend noch einmal zurück. So konnten wir den Sonnenuntergang am Meer in Scarborough genießen.

Das Kap der Guten Hoffnung ließen wir bewusst aus. Der zusätzliche Weg und der Eintritt lohnten sich für uns nicht, weil es uns dort vor allem um das bekannte Schild und den Aussichtspunkt gegangen wäre. Statt den Tag noch voller zu packen, nahmen wir uns lieber mehr Zeit für die Küste.

Tag 4: Boulders Beach, Kalk Bay und die Fahrt nach Hermanus

Für Boulders Beach planten wir 7:30 Uhr ein. Früh zu kommen hat gleich mehrere Vorteile: weniger Besucher, angenehmeres Licht und anschließend genug Zeit für die Weiterfahrt. Abstand zu den Pinguinen ist selbstverständlich, denn sie sind Wildtiere und keine Fotokulisse.

Auf dem Weg nach Hermanus hielten wir kurz in Kalk Bay. Eigentlich wollten wir bei Kalky’s Fish and Chips essen, doch die Schlange war wirklich lang. Da wir erst spät gefrühstückt hatten, fuhren wir weiter.

In Muizenberg warfen wir nur einen kurzen Blick auf den Strand. Die geplante Surfstunde ließen wir aus und setzten unsere Fahrt Richtung Hermanus fort.

Besonders schön war die Strecke über die R44 und den Clarence Drive. Entlang der Küste liegen mehrere Strände und Aussichtspunkte, an denen sich ein Stopp gelohnt hätte. Wir waren an diesem Tag allerdings schon recht spät dran und fuhren deshalb ohne weitere Pause bis Hermanus. Wenn du mehr Zeit hast, würde ich für diesen Abschnitt bewusst zusätzliche Stopps einplanen.

Am Abend aßen wir im The Hussar Grill ein Steak und sahen uns anschließend den Sonnenuntergang an. Fleischgerichte begegneten uns während der Reise häufig und waren im Vergleich zu Deutschland oft bezahlbar. Unser Besuch im Hussar Grill war insgesamt in Ordnung, gehörte für uns aber nicht zu den kulinarischen Höhepunkten der Reise.

Tag 5: Katamaranfahrt in Hermanus und Weiterfahrt nach Mossel Bay

Für den Morgen hatten wir ursprünglich eine Walbeobachtungstour gebucht. Weil es hieß, die Plätze seien schnell vergeben, hatte ich die Tickets bereits mehrere Monate im Voraus reserviert. Noch wenige Tage vor unserer Abreise aus Deutschland kam dann die Absage: Bei unserem Anbieter endete die Saison am 30. November und unsere Tour fand deshalb nicht mehr statt.

Die reguläre Walsaison in Hermanus reicht bei vielen Anbietern von Juni bis Ende November. Das bedeutet allerdings nicht, dass am nächsten Tag plötzlich keine Wale mehr vor der Küste unterwegs sind. Zeitpunkt und Anzahl der Tiere verändern sich von Jahr zu Jahr, und eine Sichtung lässt sich auch während der Hauptsaison nie garantieren.

Weil wir trotzdem gerne aufs Meer hinauswollten, fand ich spontan eine Katamaranfahrt ab Hermanus. Das war eine richtig schöne Alternative. Wir erkundeten die Küste vom Wasser aus, genossen die angenehmen Temperaturen und sahen in der Ferne tatsächlich noch einen Wal. Außerdem entdeckten wir einen Otter. Auch ohne klassische Walbeobachtungstour hat sich die Zeit auf dem Wasser für uns sehr gelohnt.

Anschließend lag noch die längere Fahrt nach Mossel Bay vor uns. Dort checkten wir in unser Airbnb ein. Die Unterkunft war richtig schön und erinnerte mit ihren vielen Fenstern ein wenig an einen kleinen Wintergarten. Die genauen Unterkünfte ergänze ich später noch gesammelt. Am Abend gingen wir hinunter an den Strand, um noch etwas am Meer zu sitzen. Es gibt zwar einige Restaurants, als Reiseziel hat uns die Stadt selbst aber nicht besonders angesprochen.

Mossel Bay hatten wir vor allem deshalb eingeplant, weil die Garden Route Game Lodge in dieser Nacht nicht verfügbar war. Rückblickend würden wir diese Übernachtung wahrscheinlich streichen und lieber eine weitere Nacht in Hermanus oder irgendwo auf der Kaphalbinsel verbringen. Simon’s Town selbst war während unseres Aufenthalts ziemlich ruhig, doch die Kaphalbinsel mit ihren Stränden, Küstenstraßen und kleinen Orten hat uns besonders gut gefallen.

Nashorn steht dicht neben einem offenen Safarifahrzeug an der Garden Route
Eine Begegnung, die uns gleichzeitig staunen und ganz still werden ließ.

Tag 6–7: Botlierskop und die Garden Route Game Lodge

Tag 6: Botlierskop als Tagesausflug ab Mossel Bay

Am sechsten Tag nutzten wir die Nähe von Mossel Bay zum Botlierskop Private Game Reserve. Wir fuhren morgens hin und verbrachten dort den ganzen Tag mit Game Drives, Mittagessen und einer Safari zum Sonnenuntergang. Das Resort hat uns richtig gut gefallen. Die Aufenthaltsbereiche waren sehr schön gestaltet und auch das Essen war lecker.

Eine Übernachtung im Reserve war uns damals zu teuer. Der Tagesbesuch war für uns deshalb die ideale Alternative: Wir konnten das Lodge-Gefühl, die Anlage und mehrere Safaris erleben, ohne den Preis für eine Nacht zu bezahlen. Nach dem letzten Game Drive fuhren wir am Abend zurück in unser Airbnb nach Mossel Bay.

Tag 7: Pool und Nachmittagssafari in der Garden Route Game Lodge

Nach einer weiteren Nacht in Mossel Bay frühstückten wir entspannt und fuhren anschließend zur Garden Route Game Lodge. Weil wir schon recht früh dort waren, verbrachten wir die erste Zeit am Pool. Von dort hatten wir eine tolle Aussicht und konnten erst einmal in Ruhe ankommen.

Am Nachmittag startete unser erster Game Drive. Schon auf dieser Safari sahen wir Zebras, Nilpferde, Elefanten, Nashörner und sogar Geparden. Am Abend gab es ein Lagerfeuer, Marshmallows und ein leckeres gemeinsames Abendessen. Genau diese Mischung aus Safari und Zeit in der Lodge machte den Aufenthalt für uns zu einem besonderen Erlebnis.

Vier Afrikanische Elefanten stehen auf einem Weg in einem Wildreservat an der Garden Route
Schon auf der ersten Safari begegneten uns Elefanten, Nashörner, Nilpferde, Zebras und sogar Geparden.

Tag 8–9: Wilderness, Robberg und Tsitsikamma

Tag 8: Morgensafari, Wilderness und Sonnenuntergang im Robberg Nature Reserve

Am nächsten Morgen ging es früh zur Morgensafari. Wir sahen noch einmal viele Tiere und aßen anschließend ein richtig gutes Mittagessen. Die Übernachtung in der Garden Route Game Lodge war für uns ein Highlight, weil wir die Abend- und Morgensafari direkt vor Ort erleben konnten.

Unser Zimmer lag allerdings ziemlich weit im Busch und hatte keinen besonderen Ausblick. Die Übernachtung selbst war deshalb eher unspektakulär. Bezahlt hat man für uns vor allem das gesamte Erlebnis mit den frühen und späten Game Drives, dem Essen und der Atmosphäre der Lodge. Das hat sich trotzdem gelohnt.

Flusspferd taucht mit weit geöffnetem Maul aus einem Wasserloch auf
Die Morgensafari war einer der Gründe, weshalb sich die Übernachtung in der Lodge für uns gelohnt hat.

Danach fuhren wir weiter Richtung Plettenberg Bay und hielten unterwegs am Strand von Wilderness. Der kleine, grüne Ort und der lange Strand haben uns sofort gefallen. Bei einer nächsten Reise könnten wir uns gut vorstellen, dort eine Nacht zu verbringen, statt nur einen Zwischenstopp einzuplanen.

In Plettenberg Bay checkten wir in unser Airbnb ein. Unsere Gastgeberin empfahl uns, für den Sonnenuntergang noch ins Robberg Nature Reserve zu fahren. Dort gibt es mehrere Rundwege. Für die komplette Strecke war es an diesem Abend schon zu spät, deshalb liefen wir nur einen Teil der Route. Trotzdem war die Stimmung wunderschön: Wir sahen den Sonnenuntergang und später einen eindrucksvollen Vollmond. Auf längeren Routen kann man mit etwas Glück auch die Robbenkolonie sehen.

Tag 9: Zwei Wanderungen im Tsitsikamma-Nationalpark

Am nächsten Morgen starteten wir früh zum Tsitsikamma-Nationalpark. Zuerst liefen wir den kürzeren Mouth Trail zu den bekannten Hängebrücken am Storms River. Danach wanderten wir in die andere Richtung auf dem Waterfall Trail bis zu einem kleinen Wasserfall. Der Weg entlang der felsigen Küste war deutlich anspruchsvoller als die reine Entfernung vermuten lässt.

Wanderin überquert große Felsen auf dem Waterfall Trail im Tsitsikamma-Nationalpark
Auf dem Waterfall Trail geht es über große Steine und unebenes Gelände entlang der Küste.

Unterwegs beobachteten wir eine Schlange, die sich später als Boomslang herausstellte. Uns war vorher nicht bewusst gewesen, dass es in Südafrika auch stark giftige Schlangen gibt. Wir waren froh, dass sie weiterkroch und wir ausreichend Abstand hielten. Wildtiere solltest du nie anfassen oder bedrängen. Bleibe auf dem Weg und gib einer Schlange immer genug Raum, sich zurückzuziehen.

Später sahen wir vom Weg aus sogar Delfine. Nach den beiden Wanderungen fuhren wir zurück nach Plettenberg Bay und ließen den Abend bei einem entspannten Essen ausklingen. Am nächsten Morgen stand schließlich die lange Fahrt nach Stellenbosch an.

Tag 10–13: Stellenbosch, Weingüter und Heimreise

Tag 10: Die lange Fahrt nach Stellenbosch

Von Plettenberg Bay nach Stellenbosch lagen ungefähr 480 Kilometer und mindestens sechs Stunden reine Fahrzeit vor uns. Mit Pausen, Tanken und Verkehr wird daraus ein langer Reisetag. Wir checkten in Ruhe ein und verbrachten die nächsten Tage rund um Stellenbosch. Weil wir dort auch meinen Geburtstag feierten, war das Weinland ein besonders schöner Abschluss unserer Reise.

Landstraße führt durch grüne Weinberge im südafrikanischen Weinland bei Stellenbosch
Nach Küste und Safari änderte sich die Landschaft erneut: Rund um Stellenbosch bestimmen Weinberge die Aussicht.

Tag 11: Wine Tram, Boschendal, Vrede en Lust und Bartinney

Für den ersten Tag im Weinland hatten wir die Franschhoek Wine Tram gebucht. Wir starteten früh bei Vrede en Lust und machten auf der ruhigen Terrasse unser erstes Tasting. Später fuhren wir nach Boschendal, das uns mit seinem Anwesen besonders gut gefiel. Dort aßen wir am Nachmittag zu Mittag.

Danach ließen wir uns mit Uber abholen und fuhren noch zu Bartinney, wo wir ein weiteres Glas Wein tranken. Die meisten Weingüter schließen bereits gegen 17 Uhr. Dadurch ist der Tag schneller vorbei, als man zunächst denkt.

Die Wine Tram würden wir persönlich nicht noch einmal buchen. Man ist an eine bestimmte Linie und deren Auswahl an Weingütern gebunden. Mit Uber konnten wir in der Region unkompliziert von Weingut zu Weingut fahren und waren deutlich flexibler. Wenn du genau die Stopps einer Linie besuchen möchtest, kann die Tram trotzdem bequem sein. Wir würden beim nächsten Mal lieber eigene Weingüter auswählen und die Fahrten dazwischen individuell organisieren.

Historisches Weingut mit steinernem Torbogen und Garten bei Stellenbosch
Viele Weingüter lohnen sich auch wegen ihrer Architektur, Gärten und Restaurants.

Tag 12: Babylonstoren, Waterford Estate und Braai am Lagerfeuer

Am nächsten Morgen starteten wir mit einem frühen Frühstück und fuhren anschließend nach Babylonstoren. Das bekannte Weingut ist mit seinen Gärten und der gesamten Anlage wunderschön gestaltet. Wir nahmen uns Zeit, durch den Garten zu laufen und alles in Ruhe anzuschauen.

Danach ging es zum Waterford Estate. Dort buchten wir ein Wein- und Schokoladen-Tasting, bei dem die Schokolade passend zu den verschiedenen Weinen ausgewählt wurde. Es war noch einmal eine ganz andere Verkostung als am Vortag.

Unsere letzte Unterkunft lag in einem wunderschönen Garten in der Nähe. Für den Abend kauften wir Steak und machten einen typisch südafrikanischen Braai. Mit Lagerfeuer, Sonnenuntergang und selbst gegrilltem Essen ließen wir den letzten Abend der Reise ausklingen.

Tag 13: Mietwagenrückgabe und Heimflug

Am nächsten Tag fuhren wir direkt zum Flughafen, gaben den Mietwagen zurück und flogen wieder nach Deutschland. Plane für die Strecke, das Tanken und die Fahrzeugkontrolle genügend Zeit ein. So endet die Reise ohne unnötige Hektik.

Unser Fazit: Für wen passt diese Südafrika-Route?

Die Route passt zu Reisenden, die Abwechslung lieben und in knapp zwei Wochen Stadt, Küste, Tierwelt, Wandern und Weinland verbinden möchten. Sie ist weniger geeignet, wenn du ungern häufig die Unterkunft wechselst oder jeden Ort intensiv kennenlernen möchtest. Dann würden wir mindestens 16 bis 18 Tage einplanen.

Unsere größten Höhepunkte waren nicht nur einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern die Kontraste: morgens Pinguine, später eine Küstenstraße, zwei sehr unterschiedliche Safari-Erlebnisse und zum Abschluss die Weingüter rund um Stellenbosch. Gleichzeitig hat die Reise unsere typische Herausforderung gezeigt: Wir planen gern viel und müssen bewusst Freiräume schützen.

So würden wir die Route heute anpassen

  • Die erste Nacht in Mossel Bay streichen und stattdessen länger in Hermanus oder auf der Kaphalbinsel bleiben.
  • Botlierskop weiterhin als Tagesausflug besuchen, wenn eine Übernachtung im Reserve zu teuer ist.
  • Eine zusätzliche Nacht in Wilderness einplanen.
  • Für die vollständige Robberg-Runde mehr Zeit reservieren und nicht erst kurz vor Sonnenuntergang starten.
  • Die lange Strecke nach Stellenbosch bei einer langsameren Reise mit einer Zwischenübernachtung teilen.
  • Im Weinland die gewünschten Weingüter selbst auswählen und Fahrten flexibel organisieren.