Für diese Reise haben wir zum ersten Mal ein Dachzelt ausprobiert. Unsere Strecke verbindet ein Wochenende mit Freunden am Attersee, das wilde Soča-Tal, warme Tage zwischen Weinreben und Meer sowie einen entspannten Abschluss am Bleder See. Gerade der Wechsel zwischen Regen, Kälte und Hochsommer hat uns gezeigt, worauf es beim Reisen mit Dachzelt wirklich ankommt.
Unsere Route im Überblick
- 17.–19. Juli: Wochenende bei Freunden am Attersee und die ersten Nächte im Dachzelt
- 20. Juli: Weiterfahrt zum Camp Jelinc im Soča-Tal
- 21. Juli: Tageswanderung entlang der Soča und viel Regen
- 22. Juli: Stellplatz beim Weingut Butul, Piran und Baden im Meer
- 23. Juli: Tagesausflug nach Triest und Badestopp in Portorož
- 24. Juli: Bauernhof bei Bled, Fahrradtour um den See und Abendessen in Bled
- 25. Juli: Rückfahrt mit Mittagspause in Salzburg und Rückgabe des Dachzelts in Landshut
Die Etappen waren überschaubar, trotzdem fühlte sich jeder Stopp anders an. Wir schliefen vor dem Haus unserer Freunde, auf einem klassischen Campingplatz, zwischen Weinreben und auf einem Bauernhof. Dadurch konnten wir direkt erleben, wie flexibel eine Reise mit Dachzelt sein kann.
Unser erstes Mal mit Dachzelt
Das Dachzelt haben wir für eine Woche bei einem Anbieter in Landshut ausgeliehen und dort vor der Reise abgeholt. Es war ein Hartschalenzelt von James Baroud, das sich gerade nach oben aufklappen ließ. Der Aufbau ging dadurch schnell und im Inneren hatten wir deutlich mehr Kopffreiheit, als wir vorher erwartet hatten.
Für uns war das die erste längere Reise mit einem Dachzelt. Besonders praktisch war, dass wir am Abend keinen komplizierten Zeltaufbau mehr vor uns hatten. Gleichzeitig lernten wir schnell, dass man Taschen, Kochsachen und nasse Kleidung im Auto gut organisieren muss. Bei starkem Regen schützt das feste Dach zuverlässig, doch ohne Sonne wird es im Zelt trotzdem kühl.
17.–19. Juli: Start bei Freunden am Attersee
Unser Roadtrip beginnt am Attersee, wo wir das Wochenende bei Freunden verbringen. Wir können direkt vor dem Haus parken und dort zum ersten Mal in unserem Dachzelt schlafen. So probieren wir alles in entspannter Umgebung aus, bevor wir mit dem Zelt weiter nach Slowenien fahren.

Die Tage verbringen wir gemeinsam am See. Wir baden, kochen zusammen, spielen und genießen einfach die Zeit mit unseren Freunden. Gerade für den Einstieg ist dieser ruhige Auftakt ideal, weil wir das Dachzelt testen können, ohne direkt auf einem unbekannten Stellplatz zurechtkommen zu müssen.
20.–21. Juli: Regen im Soča-Tal
Am Montag fahren wir vom Attersee weiter ins Soča-Tal und beziehen unseren Stellplatz im Camp Jelinc. Das Wetter spielt schon bei der Ankunft nicht richtig mit. Wir gehen am Abend nur noch ein wenig spazieren, essen unser Club Sandwich und ziehen uns früh ins Dachzelt zurück.

Für den nächsten Tag planen wir eine lange Wanderung am Fluss. Wir laufen viele Stunden an der Soča entlang und folgen ihr immer weiter talabwärts. Irgendwann ziehen dunkle Wolken auf. Wir drehen lieber um und erreichen gerade noch ein kleines Café mit Supermarkt, als es richtig zu schütten beginnt. Statt weiterzulaufen, setzen wir uns hinein und essen ein Stück Kuchen.

Eine kurze Regenpause reicht, um zurück zum Camp zu kommen und das Dachzelt für die Nacht vorzubereiten. Den restlichen Nachmittag verbringen wir im Trockenen. Am Abend kochen wir noch unsere Orzo Pfanne, bevor der Regen erneut beginnt und fast die ganze Nacht anhält. Unter dem festen Dach bleiben wir trocken, aber die feuchte Luft macht es spürbar kälter.
22.–23. Juli: Weinreben, Piran und Triest
Da wir nur diesen einen vollen Tag im Soča-Tal eingeplant haben, fahren wir am nächsten Morgen weiter Richtung Küste. Unser Stellplatz liegt beim Weingut Butul zwischen den Weinreben. Nach den kalten Regentagen ist es hier wieder richtig warm. Als Erstes breiten wir unsere nassen Sachen aus und lassen alles in der Sonne trocknen.

Noch am Anreisetag fahren wir hinunter nach Piran. Die Stadt gefällt uns sofort. Zwischen den engen Gassen und direkt an der Uferpromenade lässt sich Piran wunderbar zu Fuß entdecken. Wir gehen mitten in der Stadt im Meer schwimmen, essen eine Kleinigkeit und fahren zum Sonnenuntergang zurück zu unserem Stellplatz im Weinberg.

Am nächsten Morgen machen wir einen Tagesausflug nach Triest. Es ist schön, einmal durch die Stadt zu laufen, doch sie holt uns weniger ab als andere italienische Städte. Deshalb fahren wir auf dem Rückweg noch einmal an die slowenische Küste und gehen an einer Badestelle in Portorož schwimmen. Den Abend lassen wir mit einer Vesper zwischen den Weinreben beim Weingut Butul ausklingen.

24. Juli: mit dem Fahrrad um den Bleder See
Am nächsten Morgen brechen wir früh auf und fahren zum Bleder See. Unser Stellplatz liegt auf einem Bauernhof etwas außerhalb. Dort lernen wir den Besitzer kennen und unterhalten uns mit ihm über seine Tiere: Ziegen, einen Esel und zwei kleine Schweine aus Neuseeland.

Der Besitzer empfiehlt uns, den See mit dem Fahrrad zu umrunden, und leiht uns seine Räder sogar kostenlos aus. Unterwegs bekommt eines davon einen Platten, den wir noch einmal aufpumpen müssen. Trotzdem ist die Runde eine richtig schöne Möglichkeit, den See zu erleben. Wir nehmen uns Zeit zum Baden und fahren am Abend zum Essen ins Old Cellar Bled.
Die Fahrräder sind rückblickend einer der besten Tipps der Reise. Rund um den See stauen sich die Autos und die Parkplätze sind teuer. Wer etwas außerhalb übernachtet und mit dem Rad fährt, ist schnell am Wasser und spart sich die Parkplatzsuche. Nach dem Essen radeln wir entspannt über die Felder zurück zum Bauernhof und verbringen unsere letzte Nacht im Dachzelt.
25. Juli: über Salzburg nach Landshut
Am nächsten Morgen beginnt die Rückfahrt. Unterwegs halten wir kurz in Salzburg, essen dort zu Mittag und laufen noch ein wenig durch die Stadt. Der kurze Eindruck gefällt uns so gut, dass wir für Salzburg auf jeden Fall noch einmal mehr Zeit einplanen möchten.

Danach fahren wir weiter nach Landshut und geben das geliehene Dachzelt zurück. Nach einer Woche steht für uns fest: Die Mischung aus spontanen Stellplätzen, viel Zeit draußen und einem schnell aufgebauten Schlafplatz hat richtig Spaß gemacht.
Was wir für die nächste Dachzeltreise mitnehmen
- Das Dachzelt schon bei der Abholung vollständig öffnen und schließen.
- Warme Schlafsachen einpacken, auch wenn an der Küste Sommerwetter angekündigt ist.
- Nasse Kleidung getrennt transportieren und jede sonnige Pause zum Trocknen nutzen.
- Regenjacke, Wechselkleidung und Kochsachen so verstauen, dass sie ohne komplettes Ausräumen erreichbar sind.
- Bei schlechtem Wetter lieber früher zum Camp zurückkehren und das Zelt noch in einer Regenpause vorbereiten.
- Bei Bled einen Stellplatz außerhalb wählen und nach Fahrrädern fragen, statt mit dem Auto bis ans Seeufer zu fahren.
Unser Fazit zur Route
Für unsere erste Reise mit Dachzelt war diese Woche genau richtig. Wir konnten den Aufbau erst in Ruhe bei Freunden testen und danach ganz unterschiedliche Stellplätze ausprobieren. Das feste Dach hat sich im starken Regen im Soča-Tal bewährt, auch wenn die kalte und feuchte Nacht deutlich weniger gemütlich war als die warmen Abende im Weinberg.
Am meisten in Erinnerung bleiben die Wanderung an der türkisfarbenen Soča, das Schwimmen in Piran, die Abende zwischen den Reben und die Fahrradtour um den Bleder See. Gerade weil nicht alles nach Plan lief, fühlte sich die Reise nach einem echten kleinen Abenteuer an.




