Madeira passt perfekt zu unserem Reisestil: morgens in die Berge, nachmittags an die Küste und dazwischen immer wieder Aussichtspunkte, für die sich ein spontaner Stopp lohnt. Wir blieben während der gesamten Reise im Hotel Baía Azul und starteten von dort zu unseren Tagesausflügen. Einige Pläne waren ambitionierter als das Wetter oder unsere Beine, weshalb weniger Programm manchmal die bessere Entscheidung war.
Unsere Woche auf Madeira im Überblick
- Tag 1: späte Ankunft und Einchecken im Hotel Baía Azul
- Tag 2: mit dem Bus nach Funchal, Markthalle, Seilbahn und Burger im The Snug Smoke House
- Tag 3: Wanderung bei Rabaçal, wegen starken Regens früher umgekehrt
- Tag 4: Eira do Serrado und Curral das Freiras
- Tag 5: Wanderung am Pico do Areeiro mit Rückweg zum Ausgangspunkt
- Tag 6: Tagesausflug über Seixal, Ribeira da Janela, Fanal, Achadas da Cruz und Ponta do Pargo
- Tag 7: entspannte Wanderung auf der Levada do Moinho
- Tag 8: Ponta de São Lourenço und Rückflug
Das Hotel Baía Azul blieb während der gesamten Reise unsere feste Basis. Die Ziele auf der Karte sind deshalb einzelne Tagesausflüge und keine zusammenhängende Rundroute. Madeiras Straßen sind steil und kurvig, sodass selbst kurze Entfernungen mehr Zeit kosten können als erwartet.
Tag 1: Späte Ankunft im Hotel Baía Azul
Wir landeten erst gegen 23 Uhr und fuhren anschließend direkt zum Hotel Baía Azul westlich des Zentrums von Funchal. Dort blieben wir während der gesamten Reise. Nach dem späten Flug wollten wir an diesem Abend nur noch einchecken und ankommen.
Wer ähnlich spät landet, sollte Rezeption, Transfer oder Mietwagenübernahme vorab klären. Eine feste Unterkunft für die ganze Woche war für uns angenehm, weil wir morgens nur das Ziel des jeweiligen Tages auswählen mussten und nicht ständig neu packten.
Tag 2: Mit dem Bus nach Funchal
Für unseren Tag in Funchal ließen wir das Auto am Hotel stehen und fuhren mit dem Bus ins Zentrum. Dort erkundeten wir die Markthalle, die Altstadt und die Gegend rund um die Seilbahn.

Zum Essen gingen wir ins The Snug Smoke House und bestellten Burger, die uns sehr gut geschmeckt haben. Generell aßen wir während der Reise häufig in Restaurants rund um das Hotel. Nach einem langen Ausflug wollten wir abends nicht immer noch einmal extra nach Funchal hineinfahren.
Tag 3: Rabaçal im Regen
Der dritte Tag führte uns in das grüne Hochland rund um Rabaçal. Eigentlich wollten wir dort eine längere Wanderung machen, doch es regnete sehr stark. Wir liefen ein Stück los, wurden immer nasser und entschieden uns schließlich umzudrehen.

Das Wetter an der Küste sagt wenig darüber aus, wie es gleichzeitig im Hochland aussieht. Eine wirklich wasserdichte Jacke, Schuhe mit Profil und trockene Kleidung im Auto sind hier wichtiger als eine möglichst lange Routenplanung. Wenn der Regen keinen Spaß mehr macht oder Wege rutschig werden, ist Umkehren die bessere Entscheidung.
Tag 4: Eira do Serrado und Curral das Freiras
Vom Aussichtspunkt Eira do Serrado schaut man tief in den Talkessel von Curral das Freiras, das „Tal der Nonnen“. Schon die Anfahrt zeigt, wie dramatisch Madeiras Inselinneres ist. Ein kurzer Spaziergang vom Parkplatz zum Aussichtspunkt lässt sich gut mit einem Besuch im Tal verbinden.

Auf den sehr steilen Straßen bekam unser Mietwagen langsam Probleme. Besonders bergab musste man fast durchgehend bremsen, was das Auto spürbar forderte. Wer sich bei starken Steigungen, engen Kurven oder langen Gefällen unsicher fühlt, sollte das bei der Routenplanung berücksichtigen. Niedrige Gänge und Pausen sind sinnvoll, damit die Bremsen nicht unnötig überhitzen.
Nach dem verregneten Tag in Rabaçal hielten wir diesen Tag bewusst etwas leichter. Aussichtspunkte, ein kurzer Spaziergang und ein ruhiger Abend passten besser als direkt die nächste lange Wanderung.
Tag 5: Pico do Areeiro und sehr viele Treppen
Eigentlich wollten wir den Sonnenaufgang am Pico do Areeiro erleben. Dann frühstückten wir doch noch im Hotel und kamen zu spät los. Als wir ankamen, war der obere Wanderparkplatz bereits voll und wir mussten weiter unten parken. Dadurch kam schon vor dem eigentlichen Wanderweg ein zusätzliches Stück hinzu.

Wir wanderten vom Pico do Areeiro in eine Richtung und anschließend auf demselben Weg zurück. Manche laufen die Strecke nur in eine Richtung und organisieren am anderen Ende ein Taxi. Wer wie wir zum Ausgangspunkt zurückkehrt, muss genügend Zeit und Kraft für den kompletten Rückweg einplanen. Oben war es außerdem ziemlich kalt, sodass wir lieber in Bewegung blieben.
Die vielen Treppen und Gegenanstiege sind deutlich anstrengender, als es die reine Kilometerzahl vermuten lässt. Für die Orientierung auf den Wanderwegen können wir MAPS.ME empfehlen. Mit vorher heruntergeladenen Offlinekarten hatten wir die Wege auch ohne stabile Internetverbindung griffbereit. Zusätzlich sollte man unmittelbar vor dem Start immer den aktuellen Wegstatus in der offiziellen Wanderwegübersicht von Visit Madeira prüfen.
Tag 6: Seixal, Fanal, Achadas da Cruz und Ponta do Pargo
Unser großer Tagesausflug verband einige der kontrastreichsten Landschaften Madeiras. In Seixal treffen grüne Steilhänge auf dunklen Sand, bei Ribeira da Janela stehen markante Felsen vor der Küste, und wenige Kilometer weiter fühlt sich der Fanal-Wald wie eine andere Welt an.

Für Seixal würden wir Badesachen einpacken, aber nicht fest mit ruhigem Wasser rechnen. Am Miradouro da Ribeira da Janela reicht ein kurzer Stopp, während Fanal mehr Zeit verdient. Nebel macht den alten Lorbeerwald besonders stimmungsvoll, kann aber ebenso schnell verschwinden.

Den Teleférico das Achadas da Cruz nutzten wir als Zwischenstopp auf dem Weg in den Westen. Schon vom Aussichtspunkt an der Bergstation hat man einen großartigen Blick über die steile Küste, den Atlantik und die Fajã tief unterhalb. Auch ohne längeren Aufenthalt lohnt sich der Abstecher allein für diese Aussicht.
Whale Watching hatten wir als Möglichkeit notiert, aber nicht zusätzlich in diesen ohnehin langen Ausflug gepresst. Eine Bootstour verdient einen eigenen halben Tag und ist wetterabhängig. Den Abschluss bildete der Sonnenuntergang bei Ponta do Pargo im Westen. Für die Rückfahrt nach Funchal sollte man danach Müdigkeit und Dunkelheit realistisch einplanen.
Tag 7: Levada do Moinho
An Tag sieben machten wir nur die Levada do Moinho. Die Wanderung war deutlich entspannter als der Pico do Areeiro und führte durch viel Grün an der Levada entlang. Besonders schön war der Abschnitt an einem Wasserfall, an dem der Weg direkt vorbeiführt.

Obwohl die Tour angenehm zu laufen war, spürte ich den starken Muskelkater vom Pico do Areeiro immer noch. Wenn man viele Treppen und lange Gegenanstiege nicht gewohnt ist, sollte man zwischen den größeren Wanderungen bewusst Pausentage einplanen. Eine entspanntere Levada ist dann eine gute Alternative zu einer weiteren Gipfeltour.
Tag 8: Ponta de São Lourenço und Rückflug
Unser Rückflug war erst gegen 19 Uhr. Dadurch blieb Zeit für die Halbinsel Ponta de São Lourenço im Osten. Die ungefähr sechs bis sieben Kilometer lange Hin-und-zurück-Route unterscheidet sich stark vom grünen Inselinneren: trockene Hänge, Wind und freie Blicke auf Nord- und Südküste prägen den Weg.

Weil es kaum Schatten gibt, gehören Sonnenschutz und ausreichend Wasser in den Rucksack. Bei starkem Wind fühlen sich ausgesetzte Stellen anspruchsvoller an. Vor einem Flug würden wir eine klare Umkehrzeit setzen, trockene Kleidung im Auto lassen und genügend Puffer für Tanken, Mietwagenrückgabe und Sicherheitskontrolle einplanen.
Unser Fazit zu einer Woche Madeira
Madeira belohnt frühes Aufstehen und gute Planung, aber nicht jeden zusätzlichen Haken auf der Liste. Unsere schönsten Tage verbanden eine große Aktivität mit wenigen spontanen Stopps. Besonders die Bergwelt, die Nordküste und die Levada do Moinho zeigten, wie unterschiedlich eine kleine Insel sein kann.
Beim nächsten Mal würden wir nach dem Pico do Areeiro einen echten Pausentag einplanen und bei starkem Regen noch früher umkehren. Eine feste Unterkunft war dafür ideal: Wir konnten jeden Morgen neu entscheiden, welcher Ausflug zum Wetter und zu unserer Energie passte.


