Finnland · Winterreise

Finnisch-Lappland im Januar: unsere Route für eine Woche

Eine verschneite Unterkunft bei Meltosjärvi, Temperaturen bis minus 40 Grad, eine Rentierfarm, Schneemobile, Huskys und unsere ersten Nordlichter: So sah unsere entspannte Winterwoche in Finnisch-Lappland aus.

Tief stehende Wintersonne über einem verschneiten Wald im Raum Meltosjärvi in Finnisch-Lappland
Im Januar bleibt die Sonne in Lappland tief am Horizont – dafür leuchtet die verschneite Landschaft besonders intensiv.

Unsere Woche in Finnisch-Lappland war bewusst ruhig geplant. Wir wohnten zu viert in einem Airbnb in der Umgebung von Meltosjärvi, kochten selbst, nutzten die separate Holzsauna und legten zwischen den Ausflügen viel freie Zeit ein. Gerade bei Temperaturen zwischen minus 30 und minus 40 Grad war dieses langsame Tempo genau richtig.

Unsere Lappland-Route im Überblick

Wir landeten in Rovaniemi und verbrachten den größten Teil der Woche in der Umgebung von Meltosjärvi. Für eine Nacht fuhren wir weiter nach Levi. Die genaue Lage unserer privaten Unterkunft zeigen wir bewusst nicht; auf der Karte ist nur der Ort Meltosjärvi markiert.

  • 3. Januar: Landung in Rovaniemi, Mietwagen, Wocheneinkauf und Fahrt nach Meltosjärvi
  • 4. Januar: Wanderung zu einer Blockhütte und abends Holzsauna
  • 5. Januar: Besuch der Vuolo Reindeer Farm
  • 6. Januar: Schneemobiltour mit umständlichem Start über Rovaniemi
  • 7. Januar: Fahrt nach Levi, Übernachtung bei Freunden und erste Nordlichter
  • 8. Januar: Huskytour bei Tundra Huskies und Rückfahrt nach Meltosjärvi
  • 9. Januar: freier Tag am zugefrorenen See und Sauna
  • 10. Januar: Rückfahrt zum Flughafen Rovaniemi und Heimflug
Weite verschneite Waldlandschaft in Finnisch-Lappland im pastellfarbenen Januarlicht
Rund um Meltosjärvi bestimmten Schnee, Wälder und wenige Stunden Tageslicht unseren Rhythmus.

Unsere Unterkunft bei Meltosjärvi

Wir hatten das Airbnb ausgewählt, weil es genügend Platz für vier Personen bot und direkt in der Nähe eines Sees lag. Besonders schön war die Sauna in einem separaten kleinen Haus. Sie wurde mit Holz beheizt und hatte kein elektrisches Licht. Mit ein paar Kerzen wurde daraus am Abend unser liebster Ort zum Aufwärmen.

Die genaue Adresse nennen wir nicht. Für die Planung reicht die Region um Meltosjärvi als Orientierung. Wer ähnlich ruhig wohnen möchte, sollte neben der Ausstattung auch prüfen, wie weit Supermarkt, Touren und geräumte Hauptstraßen entfernt sind.

Verschneites Holzhaus am Waldrand im Raum Meltosjärvi
Das Airbnb war unsere ruhige Basis für die Woche und bot genug Platz für vier Personen.
Tief verschneite Unterkunft im nachts beleuchteten Winterwald in Finnisch-Lappland
Am Abend lag die Unterkunft tief im Schnee. Drinnen kochten wir und verbrachten viel gemeinsame Zeit.

Tag 1: Ankunft, Mietwagen und Einkauf für die Woche

Wir landeten gegen 17:30 Uhr in Rovaniemi, holten zuerst unseren Mietwagen ab und fuhren anschließend zum Supermarkt. Da wir in der Unterkunft selbst kochen wollten, kauften wir direkt für die ganze Woche ein. Für das Frühstück und einfache Gerichte wie Spaghetti Bolognese oder Chili con Carne hatten wir uns vorher grob einen Plan gemacht. So mussten wir in den nächsten Tagen nicht ständig noch einmal losfahren.

Nach der Fahrt in Richtung Meltosjärvi machten wir nur noch schnell etwas zu essen und gingen früh ins Bett. Ganz reibungslos begann der Aufenthalt allerdings nicht: Durch die extreme Kälte waren Wasserleitungen eingefroren und eine Leitung war geplatzt. Deshalb hatten wir zunächst kein fließendes Wasser. Unser Host brachte uns große Wasserkanister vorbei, bis das Problem gelöst werden konnte.

Tag 2: Wanderung zu einer Blockhütte und Sauna

Am nächsten Morgen schliefen wir aus und frühstückten ganz gemütlich. Während der wenigen hellen Stunden wanderten wir von unserer Unterkunft zu einer Blockhütte auf einem nahen Berg. Den Weg hatte uns unser Host empfohlen. Von oben hatten wir einen tollen Blick über die verschneiten Wälder.

In der Hütte lag Holz bereit, das Wandernde nutzen durften. Wir machten ein kleines Feuer, doch bei Temperaturen um minus 40 Grad half selbst das nur begrenzt. Unser Auto zeigte an einem Tag sogar minus 41 Grad an. Wir trugen dicke Winterstiefel und drei Schichten übereinander, wurden aber trotzdem nie richtig warm. Mehr nahmen wir uns an diesem Tag nicht vor.

Spuren führen über eine verschneite Fläche zur tief stehenden Wintersonne
Die wenigen hellen Stunden nutzten wir für unsere Wanderung durch die stille Schneelandschaft.
Schneeschuhe stehen vor einer tief verschneiten Blockhütte in Finnisch-Lappland
In der Blockhütte konnten wir mit dem bereitliegenden Holz ein kleines Feuer machen.

Am Abend heizten wir die Holzsauna ein und stellten Kerzen hinein. Die Nordlichtvorhersage war an diesem Tag schlecht und der Himmel ziemlich bewölkt. Eine Aurora App fanden wir trotzdem praktisch, um Bewölkung und Wahrscheinlichkeit im Blick zu behalten, ohne jeden Abend planlos loszufahren.

Tag 3: Rentierfarm mit einem sehr kurzen Ausflug

Am dritten Tag besuchten wir die Vuolo Reindeer Farm. Der Besitzer erzählte mit viel Begeisterung von seinen Rentieren und kannte jedes Tier beim Namen. Man merkte sofort, wie wichtig ihm die Tiere waren.

Eigentlich gehörte eine längere Fahrt mit dem Rentierschlitten zum Programm. Wegen der extremen Kälte wurde sie zum Schutz von Mensch und Tier deutlich verkürzt. Am Ende fuhren wir ungefähr 500 Meter und eine kleine Runde durch den Wald. Danach saßen wir in einem selbst gebauten Tipi, tranken Tee und aßen Kekse. Die Fahrt war kurz, die persönliche Begegnung auf der Farm machte den Besuch für uns trotzdem besonders.

Rentier mit großem Geweih und traditionell verziertem Geschirr im verschneiten Winterwald
Auf der Vuolo Reindeer Farm erfuhren wir viel über die einzelnen Tiere und das Leben mit Rentieren.

Tag 4: Unsere eher chaotische Schneemobiltour

Die Schneemobiltour hatten wir schon vor der Reise gebucht. Dafür mussten wir zunächst fast eine Stunde bis Rovaniemi fahren, um einzuchecken und die Schneeanzüge abzuholen. Auf dem Weg kamen wir bereits am späteren Startpunkt der Tour vorbei. Nach einem ziemlich langwierigen Check-in brachte uns ein großer Reisebus wieder dorthin zurück.

Vor Ort fuhren wir mit den Schneemobilen auf einer vorbereiteten Strecke durch den Wald. Durch die große Gruppe gab es viel Wartezeit, was bei dieser Kälte anstrengend war. Nach der Fahrt bekamen wir in einem Tipi noch eine Art Hotdog. Insgesamt war die Tour für uns der einzige echte Fehlgriff der Woche.

Schneemobil fährt mit eingeschaltetem Scheinwerfer auf einem verschneiten Weg durch den finnischen Winterwald
Die Fahrt durch den Winterwald war schön, die umständliche Organisation und das lange Warten dagegen weniger.

Tag 5: Langsame Fahrt nach Levi und unsere ersten Nordlichter

Für den nächsten Tag fuhren wir nach Levi, wo wir Freunde besuchten, die damals dort lebten. Die Strecke wirkte auf der Karte zunächst nicht besonders weit. Bei Schnee, Dunkelheit und extremer Kälte kamen wir jedoch viel langsamer voran als gewohnt. Wir legten unterwegs eine Essenspause ein und brauchten fast den ganzen Tag. Selbst im Auto wurden unsere Füße kaum richtig warm.

In Levi bekamen wir den Tipp für einen nahe gelegenen See mit freier Sicht auf den Himmel. Dort sahen wir zum ersten Mal Nordlichter. Wir gingen nur an der vor Ort empfohlenen Stelle auf das Eis und genossen die weite, dunkle Aussicht. Anschließend ließen wir den Abend mit Spielen ausklingen.

Grüne Nordlichter über dem separaten Saunahaus im tief verschneiten Wald
Das Gebäude unter den Nordlichtern ist nicht unser Wohnhaus, sondern die separate Holzsauna. Aus dem Schornstein steigt der Rauch des Saunaofens.
Kräftige grüne und rötliche Nordlichter über einer verschneiten Landschaft in Finnisch-Lappland
Auf dem zugefrorenen See hatten wir freie Sicht auf die grünen und teilweise rötlichen Schleier am Himmel.

Tag 6: Huskytour bei Tundra Huskies

Am nächsten Morgen starteten wir unsere vorab gebuchte Tour bei Tundra Huskies. Auch diese Tour wurde wegen der Kälte verkürzt, weil die Belastung den Hunden nicht länger zugemutet werden sollte. Trotzdem war es beeindruckend, im Schlitten zu sitzen und die Energie des Gespanns direkt zu erleben.

Die Fahrt machte richtig viel Spaß und gehörte zu unseren schönsten Ausflügen. Danach fuhren wir zurück zu unserem Airbnb bei Meltosjärvi und wärmten uns am Abend wieder in der Sauna auf.

Blick aus einem Hundeschlitten auf ein Huskygespann im verschneiten Wald
Vom Schlitten aus führte der Blick direkt über das Gespann auf den verschneiten Weg.

Tag 7: Ein ruhiger Wintertag am See

Für den letzten vollen Tag hatten wir nichts Größeres geplant. Wir spazierten noch einmal auf dem zugefrorenen See bei unserer Unterkunft, beobachteten den Sonnenuntergang und genossen einfach den Schnee. Nach den Ausflügen und der dauernden Kälte tat dieser freie Tag sehr gut.

Genau diese ruhigen Stunden machten die Woche für uns besonders. Wir mussten nicht jeden Tag ein neues Highlight abhaken. Die verschneite Umgebung, gemeinsames Kochen und die Holzsauna waren bereits ein Erlebnis.

Werbung · Affiliate-Link

Mietwagen für Finnisch-Lappland vergleichen

Für unsere abgelegene Unterkunft bei Meltosjärvi war ein Mietwagen notwendig. Im Winter solltest du neben dem Preis besonders auf passende Winterausstattung, Abholzeiten und die Bedingungen des Vermieters bei extremer Kälte achten.

Mietwagenpreise bei CHECK24 vergleichen

Wenn du über diesen Link buchst, erhalte ich eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Mietwagen und Fahrten bei minus 30 bis minus 40 Grad

Ein Mietwagen war für unsere abgelegene Unterkunft notwendig. Gleichzeitig mussten wir uns daran gewöhnen, dass Strecken auf winterlichen Straßen deutlich länger dauern und das Auto bei dieser Kälte nicht schnell warm wird. Auf dem Weg nach Levi fuhren wir entsprechend vorsichtig und planten Pausen ein.

Am letzten Tag hatte auch unser Mietwagen erste Probleme beim Starten. Bei einer Reise unter solchen Bedingungen würden wir deshalb schon bei der Übergabe genau nachfragen, wie das Fahrzeug vorgewärmt wird und welche Hinweise des Vermieters bei extremer Kälte gelten. Außerdem würden wir genügend Zeit für die Rückfahrt und die Mietwagenabgabe lassen.

Unser Rückflug am Samstag fand noch statt. Nach unserer Rückkehr hörten wir, dass am folgenden Tag wegen der extremen Kälte Flüge in Rovaniemi ausfielen. Das war für uns noch einmal eine Erinnerung daran, bei einer solchen Winterreise möglichst keine knappen Anschlusspläne zu machen.

Was wir für Lappland im Januar einpacken würden

Das Zwiebelprinzip war unverzichtbar. Trotzdem sollte man wissen: Auch drei Schichten, dicke Winterstiefel und gute Handschuhe garantieren bei minus 40 Grad nicht, dass einem beim Warten warm bleibt. Bewegung und regelmäßige Pausen im Warmen waren mindestens genauso wichtig wie die Kleidung.

  • warme Funktionswäsche für Oberkörper und Beine
  • Fleece oder Wolle als isolierende Zwischenschicht
  • sehr warme Jacke und winddichte Außenschicht
  • gefütterte Winterstiefel mit Platz für dicke Socken
  • Wollsocken und trockene Ersatzsocken
  • dünne Innenhandschuhe und warme Fäustlinge
  • Mütze, Buff und Schutz für das Gesicht
  • Stirnlampe für die langen dunklen Stunden
  • Thermosflasche und kleine Snacks für Fahrten
  • Powerbank, da Akkus in der Kälte schneller nachlassen

Bei organisierten Touren wurden zusätzliche Schneeanzüge ausgegeben. Für uns waren sie besonders beim Schneemobil sinnvoll. Vor der Buchung sollte man prüfen, welche Kleidung, Stiefel und Handschuhe wirklich enthalten sind.

Unser Fazit: Eine entspannte Woche im tiefen Winter

Unsere Woche rund um Meltosjärvi war deutlich ruhiger als eine klassische Reise mit täglich mehreren Touren. Genau das passte zu den extremen Temperaturen. Die Rentierfarm, die Huskys und unsere ersten Nordlichter waren die großen Erlebnisse. Ebenso schön waren aber die Wanderung zur Blockhütte, der stille See und die Abende in der Holzsauna.

Bis auf die umständliche Schneemobiltour klappte alles erstaunlich gut. Wer Lappland im Januar besucht, sollte die Kälte ernst nehmen, Fahrzeiten großzügig planen und nicht versuchen, jeden Tag komplett zu füllen. Dann bleibt genügend Raum für das, was diese Landschaft für uns ausgemacht hat: Schnee, Stille und sehr viel Zeit zum Aufwärmen.